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Ruhestätten in Schwerin : Friedhöfe vor den Toren der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An der Wismarschen Straße, an der Werderstraße und am Totendamm wurden vor Jahrhunderten die Toten bestattet

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Die SVZ-Serie zu den Friedhöfen in der Landeshauptstadt fand bei unseren Lesern ein großes Interesse. Den Alten Friedhof, den Waldfriedhof, den Jüdischen Friedhof, den Friedhof auf dem Platz der OdF und den Friedhof auf dem Sachsenberg hatten wir vorgestellt. SVZ-Leser Rainer Forster vermisste allerdings den Katholischen Friedhof und den Schelffriedhof. „Wäre schade, wenn diese beiden Friedhöfe nicht genannt werden.“ Deshalb: Auch diese Friedhöfe stellen wir vor.

Der Katholischen Friedhof an der heutigen Wismarschen Straße wurde am 13. Mai 1861 eingeweiht. Er wurde 1883 erweitert, die letzte Beisetzung fand hier 1994 statt. Auf dem Friedhof ist 1873 Pfarrer Joseph Brocken bestattet worden. Pfarrer und Prälat Joseph Brüx ist 1935 auf diesem Gottesacker beigesetzt worden. Beide Geistliche hatten jahrzehntelang die katholische Gemeinde von Schwerin geprägt. Auf diesem Friedhof ruhen auch 50 französische Kriegsgefangene aus den Jahren 1870/71. An sie erinnert ein Denkmal. Außerdem sind an der Wismarschen Straße Opfer des Ersten und des Zweiten Weltkrieges bestattet. Unter der Mithilfe der Kolpingfamilie der Katholischen Gemeinde St. Anna wurden in jüngster Zeit die Gräber der Priester und Ordensschwestern umgestaltet.

Der Schelffriedhof befand sich zu Zeiten seiner Errichtung außerhalb der Stadt. Er wurde von 1771 bis 1929 belegt und von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg verwaltet.

Es finden sich heute noch die Grabmäler der Familie von Brandenstein, von Pastor Heinrich Alexander Seidel, dem Vater des Schriftstellers Heinrich Seidel, dem Geheimen Kammerrath Johann Schumacher und seiner Ehefrau Luise, des Bauconducteurs Ludwig Willebrand, sowie des Juristen Dr. Carl Anton Wilhelm Beste im Park gegenüber der Werderkaserne. Die Anlage mit ihren verbliebenen Grabmälern steht heute unter Denkmalschutz.

Im Jahre 1779 wurde auf dem Hohen Felde an der Reiferbahn Acker für den Domfriedhof angekauft. Der Friedhof wurde 1786 geweiht und lag zwischen Reiferbahn und dem noch heute so benannten Totendamm. Die Anlage gehörte zu den Bauaufgaben von Oberhofbaurat Johann Joachim Busch, der auch Schöpfer der barocken Residenz Ludwigslust war und in Schwerin das so genannte Säulengebäude auf dem Markt und das Neustädtische Palais entwarf. Nach Eingriffen um 1900 und Kriegszerstörungen 1945 existiert der Friedhof heute nicht mehr. Die Gebeine der dort Bestatteten wurden vor der Errichtung des Erweiterungsbaus des Fridericianums auf den Alten Friedhof umgebettet.

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