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Internationales Jugendcamp : Freundschaft über Gräbern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jugendliche aus zehn Ländern treffen sich in Schwerin bis zum 20. August zum Workcamp des Volksbundes

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Baran ist 16 Jahre alt und kommt aus Istanbul. Was Kriege anrichten können, das erfährt der Schüler, der später einmal in Deutschland studieren will, täglich in seiner Heimatstadt: Syrische Flüchtlinge überschwemmen die Stadt, haben keine Arbeit, sind traumatisiert, betteln auf offener Straße. Was Kriege im vergangenen Jahrhundert angerichtet haben, damit beschäftigt er sich auf dem Internationalen Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das jetzt in Schwerin stattfindet. 34 Jugendliche aus zehn Nationen arbeiten an Kriegsgräbern auf dem Alten Friedhof und dem Platz der OdF. Sie zupfen Unkraut aus den Wegen, putzen mit Bürsten die Grabsteine, fegen die Treppenanlagen. Ihr Quartier haben sie in der Niklot-Schule bezogen, die Bundeswehr kocht und stellt einen Bus, der die Jugendlichen zu den Einsatz- und Ausflugsorten fährt. Neben der Arbeit erwartet die Gäste bis zum 20. August ein Rahmenprogramm mit Ausflügen nach Warnemünde, Rügen und Wismar, berichtet Birgit Fischer-Rüge, die das Camp organisiert hat. Die Teilnehmer hören Vorträge über Erinnerungsstätten, stellen ihre Heimat vor – vor allem aber schließen sie Freundschaften. Über den Gräbern, über Ländergrenzen hinweg. Die 19-jährige Franziska Bär aus Mainz nimmt zum zweiten Mal an so einem Jugendcamp teil. Zu vielen Mädchen und Jungen, die sie im vergangenen Sommer kennen gelernt hat, hält sie bis heute Kontakt. Großartige Stimmung, arbeiten, spielen, feiern, erzählen, fremde Kulturen aus erster Hand kennen lernen – das ist nicht nur faszinierend für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Schulsozialarbeiterin Ulrike Stolschewski-Mielke gibt sogar ihren Urlaub dafür, um das Camp ehrenamtlich zu leiten.

 

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