Schweriner Kunstprojekt : Fremde werden Freunde

Tanzen und singen beim Musicalprojekt „Tuishi Pamoja“ gemeinsam: Gertraud, Naya, Gitta, Andreas, Fidan und Miramar (v.l.)
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Tanzen und singen beim Musicalprojekt „Tuishi Pamoja“ gemeinsam: Gertraud, Naya, Gitta, Andreas, Fidan und Miramar (v.l.)

Musik- und Kunstschule „Ataraxia“ sucht Teilnehmer mit und ohne Flüchtlingsgeschichte für das Musical „Tuishi Pamoja“

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27. August 2016, 05:45 Uhr

„Tuishi Pamoja“ – diese Worte stammen aus Afrika. Sie bedeuten: „Wir wollen zusammen leben.“ Und um genau dieses Thema geht es bei dem neuen integrativen Musical-Projekt der Musik- und Kunstschule „Ataraxia“. Mitmachen können Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene – mit oder ohne Fluchtgeschichte.

„Wir wollen einander kennen lernen und Spaß miteinander haben“, sagt Andreas Paesler, der das Projekt zusammen mit Christiane Mikoleit künstlerisch betreut. Paesler kümmert sich um Tanz und Regie, Mikoleit um den Gesang. Besondere Vorkenntnisse der Teilnehmer seien nicht notwendig, ein Einstieg jederzeit möglich, so Paesler.

Im Mittelpunkt von „Tuishi Pamoja“ stehen das gemeinsame Singen, einfache tänzerische Bewegungen und die Beschäftigung mit vielen Sprachen. „Wir möchten eine Geschichte von Zebras und Giraffen, von Unterschieden, Toleranz und Akzeptanz erzählen – unsere Geschichte“, erklärt Paesler. Die Texte würden dabei den Sprachkenntnissen der Teilnehmer angepasst.

Seit Beginn der Sommerferien läuft das Projekt. Die Proben finden während der gesamten Ferienzeit immer dienstags und donnerstags von 11 bis 12 Uhr bei „Ataraxia“ im Haus der Kultur in der Arsenalstraße statt. Nach den Ferien soll dann sonnabends von 11 bis 12 Uhr geprobt werden, eine Aufführung ist für Ende November geplant. „Interessierte können einfach bei uns vorbeischauen“, sagt Paesler.

Die elfjährige Miramar, ihre fünf Jahre jüngere Schwester Naya und ihre Mutter Fidan machen bereits bei „Tuishi Pamoja“ mit.
Seit November vergangenen Jahres lebt die Familie aus dem syrischen Aleppo in Deutschland, seit März in Schwerin. „Ich mag Theater, außerdem singe und tanze ich gern“, sagt Miramar, die die Ecolea-Schule besucht und schon schnell Deutsch gelernt hat. Auch Gertraud Walkow ist beim Musical-Projekt dabei. Die Schwerinerin betreut die Flüchtlingsfamilie. „Ich wollte mit den Kindern in den Sommerferien etwas Sinnvolles machen“, erzählt Walkow. Bei „Ataraxia“ könnten die Mädchen nicht nur kreativ sein, sondern auch Kontakte zu anderen Kindern knüpfen.

Dank der Unterstützung durch den Flüchtlingsrat fallen für die Teilnahme an „Tuishi Pamoja“ keinerlei Gebühren an. Dabei ist das Musical nur eines von mehreren integrativen Projekten der Musik- und Kunstschule unter dem Motto „Fremde werden Freunde“. So gibt es auch noch ein Offenes Singen, ein Hip-Hop-Dance-Angebot und ein Projekt „World Music“. Ausführliche Informationen finden Interessierte im Internet unter www. ataraxia-schwerin.com.

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