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5500 Setzlinge am Langsee : Freiwillige pflanzen Biberwald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verödeter Bruch am Langsee bei Gneven aufgeforstet: 5500 junge Bäume kamen bei Klima-Aktionstagen in die Erde

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Am Ufer des Langsees bei Gneven sollen in einer mehr als einem Hektar großen Niederung wieder Bäume heranwachsen. 5500 Setzlinge kamen bei den Klima-Aktionstagen der Organisation Wiki-Woods in die Erde. Rund ein Dutzend Helfer aus ganz Deutschland war deshalb am Wochenende nach Mecklenburg gekommen, um gemeinsam mit den Freunden und der Familie von Michael Rost diesen Biberwald zu pflanzen. Natürlich soll der Nager nicht gleich die jungen Bäume verspeisen. Doch der Wald steht mitten in einem Biberrevier und das hat Michael Rost sehr wohl bedacht. „Direkt am Langsee pflanzen wir vor allem Erlen und Weiden“, erläutert der Forstfachmann. Weiden stehen auf dem Speiseplan des Nagers weit oben, Erlen weit hinten. „Doch die Weiden schlagen auch wieder aus, wenn sie gefällt wurden“, erläutert Rost. Hinzu komme, dass der Biber vor allem in der Nähe seines Baus nach Futter sucht. Wenn das Angebot da ausreichend groß ist, sind die wertvollen Hölzer im benachbarten Wald für ihn nicht so interessant. Denn auch Stieleiche, Hainbuche und Flatterulme wurden gepflanzt. Und damit der Wald bunt wird auch
Eberesche, Elsbeere, Bergahorn und Baumhasel. „Wir haben auch alte Erlen, Birken und Eichen stehen lassen. Die geben den Setzlingen Schutz“, erläutert Michael Rost. Er hofft, dass in den nächsten Jahren, ja Jahrzehnten, aus dem verödeten Areal wieder ein lebendiger Bruch wird. Der Schweriner hatte dieses Areal auf der Internetseite einer Bundesbehörde entdeckt, als sie zum Verkauf stand. Das, was Michael Rost auf dem Luftbild sah, machte ihn neugierig. Vor Ort verliebte sich der Familienvater in dieses Fleckchen Erde. „Dass ich es letztlich sogar kaufen konnte, kam etwas überraschend.“ Doch damit allein war es nicht getan. Schrott und anderer Müll waren hier in der Vergangenheit verbuddelt worden. Der Bewuchs war eher mager. Also musste das Areals erst beräumt und für die Aufforstung vorbereitet werden.

Doch auch das kostet Geld. Hier erhielt Michael Rost Hilfe vom Verein „Prima Klima“, der Aufforstungen unterstützt, wenn dadurch der Kohlendioxid-Haushalt nachhaltig und langfristig verbessert wird. Dieser Verein wiederum vermittelte Michael Rost den Kontakt zur Initiative Wiki-Woods. Deren Mitstreiter waren bislang vor allem in Berlin, Brandenburg und Vorpommern aktiv, wollen von Klein Hundorf bei Gadebusch aus nun verstärkt auch in Mecklenburg tätig werden. „Wir helfen nicht nur beim Aufforsten, sondern auch beim Anlegen von Hecken und Steuobstwiesen“, erzählt Nicole Herrenkind von Wiki-Woods. Auch dieser Organisation geht es vor allem um Nachhaltigkeit.

Das Pflanzen des Biberwaldes bei Gneven war dabei für alle Mitstreiter ein ganz besonderes Erlebnis. Denn neben der Arbeit erkundeten die Helfer das Biberrevier und machten Pause neben Bäumen, die der scheue Nager gefällt hatte.

Übrigens wurde der neu gepflanzte Biberwald auch eingezäunt. Die Holzpflöcke stammen von einer Eiche, die extra dafür gefällt wurde. Den Biber abhalten kann dieser Zaun aber nicht. „Soll er auch gar nicht“, ergänzt Michael Rost. „Die jungen Bäume müssen vor Rehwild geschützt werden, die sie ansonsten abfressen.“

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