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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 13:34 Uhr

Schweriner Museen : Freilichtmuseum will ein Depot

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Um im Museumsdorf Räume für Ausstellungen freizubekommen, soll ein Gebäude in der Nachbarschaft zum Magazin umgebaut werden

von
erstellt am 23.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Mehrere Gebäude des Freilichtmuseums für Volkskunde in Mueß bleiben den Besuchern seit Jahren verschlossen. Der Grund: Sie werden als Depot oder Büro gebraucht. Denn das Museum weiß nicht, wohin mit seinen Schätzen. „Wir sind räumlich sehr beengt und können nicht alles zeigen, was wir gerne möchten“, sagt Direktorin Gesine Kröhnert. Doch das soll sich bald ändern. Die Stadt will ein benachbartes Grundstück kaufen und als Depot herrichten. Das Geld dafür soll mit einem Beschluss der Stadtvertretung nachträglich in den Haushalt eingestellt werden. Was dann noch fehlt, ist die Genehmigung des Innenministeriums.

Gegenüber vom Freilichtmuseum, auf der anderen Seite der Straße Zum Alten Bauernhof, gibt es ein schmales Seegrundstück, das mit einer Baracke bebaut ist. Das Haus wurde zu DDR-Zeiten vom Ministerium des Innern als Verwaltungsgebäude und Wohnheim genutzt, nach 1990 von der Lebenshilfe als Tagesstätte. Seit 2000 steht es leer. Ein Verkauf gelang der Stadt nicht, weil das Grundstück keine eigene Zufahrt hat. Dazu gibt es inzwischen jedoch eine Einigung mit den Nachbarn.

„Das Haus wäre für uns sehr gut geeignet“, sagt Gesine Kröhnert. „Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Museum und würde die wissenschaftliche Präsenzbibliothek mit dem Kern der Wossidlo-Bestände, ein landeskundliches Fotoarchiv mit dem historischen SVZ-Bildarchiv sowie Grafik- und Schriftgutsammlungen aufnehmen können. Wissenschaftliche Arbeitsplätze sowie ein Nutzerraum für Recherchen könnten eingerichtet werden.“ Damit könnten einige bislang für Besucher unzugängliche Bereiche im Museumsdorf freigezogen und museal erschlossen werden. In der Dorfschule und der Büdnerei würden Räume frei, das Bauernhaus und das Altenteilerhaus könnten für Besucher zugänglich gemacht werden.

Der Haken an der Sache: Die Kosten würden voraussichtlich steigen, die Einnahmen aber zumindest kurzfristig nicht. Für das Volkskundemuseums sei ein steigender Zuschussbedarf zu befürchten, heißt es in der Begründung der Stadtverwaltung zu den Plänen. „Damit einhergehend sind keine steigenden Besucherzahlen, zu erwarten.“ Und billig wird die Investition auch nicht. Das Depotgebäude muss saniert und den Museumsanforderungen gerecht ausgerüstet werden. Auf dem Grundstück sind Gewächshäuser abzureißen, der Wildwuchs muss beseitigt werden.

Dennoch: „Die museale Nutzung von frei werdenden Räumen und Gebäuden würde aber „unweigerlich zu einer Attraktivitätssteigerung der ganzen Anlage“ führen, heißt es in der Antragsbegründung.

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