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Schweriner Schülerbeförderung : Freifahrtsticket hat Verspätung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Damit Familien kostenlose Schülerbeförderung nutzen dürfen, muss die Stadt eine Satzung ändern: Entscheidung erst im September

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Eltern sind verunsichert: Das neue Schuljahr ist schon in Sicht und sie fragen sich, ob sie neben neuen Heften und Stiften auch wieder Monatskarten für Bus und Bahn kaufen müssen. War da nicht die Rede von kostenloser Schülerbeförderung auch in Schwerin? Gibt es nicht seit Frühjahr ein neues Landesgesetz? Wann profitieren wir endlich davon, fragen Eltern bei der SVZ nach.

Oberbürgermeister Rico Badenschier muss die Familien vertrösten. Vor Oktober gibt es wohl keine Erstattung – und auch das nur, wenn alles gut läuft. Die aktuellen Querelen um die kostenlose Schülerbeförderung findet er selbst „sehr ärgerlich“. „Dabei wollten wir Musterschüler sein und haben die nötige Satzung zu den Schuleinzugsbereichen schon 2016 verabschiedet“ sagt er. Doch dem Schulamt und dem Bildungsministerium war diese nicht detailliert genug. Denn erstattet werden Fahrtkosten nur, wenn der Weg zur örtlich zuständigen Grundschule mehr als zwei Kilometer und mehr als vier Kilometer bis zur örtlich zuständigen weiterführenden Schule beträgt. „Wir sollen jetzt genaue Entfernungen und auch Ausweichschulen angeben“, sagt Badenschier. Dieses Verfahren sei „unglaublich aufwändig“ und weit entfernt von der Idee, auf dem Stadtplan mit dem Zirkel einen Kreis um jede Schule zu ziehen. Dennoch: Der neue Satzungsentwurf sei auf dem Weg, solle im Sommer eine erste Absegnung erhalten und dann am 18. September der Stadtvertretung zur Abstimmung vorgelegt werden. Dann muss das Bildungsministerium grünes Licht geben und es kann kostenlose Schülerbeförderung auch in Schwerin geben – wegen der Entfernungsregelung aber nur für etwa 20 Prozent der Schüler, schätzt die Stadt.

Der Weg zum privaten Musikunterricht oder zum Vereinstraining müsste aber weiterhin aus eigener Tasche finanziert werden. „Der Junge, der in schwierigen Verhältnissen im Mueßer Holz lebt und zu Fuß zur Schule gehen kann, profitiert von dieser kostenlosen Schülerbeförderung nicht und zahlt den Weg zum Geigen-Unterricht in der Stadt selbst. Das ist keine Bildungsgerechtigkeit“, findet Badenschier. Er empfiehlt allen Eltern, die Volksinitiative für ein kostenloses landesweites Schülerticket zu unterstützen, mit dem Schüler überall im Land Busse und Regionalbahnen frei nutzen sollen. Zusätzlicher Effekt: Die Verwaltungen würden entlastet von der Bearbeitung von Schülerticket-Anträgen.

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