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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 19:15 Uhr

Wirtschaft : Freier Blick in den Konzern Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verwaltung legt aktualisierten Beteiligungsbericht vor, der alle kommunalen Unternehmungen auflistet

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Ganz genau 894 Fische, 359 Vögel und 304 Säugetiere tummeln sich im Zoo der Landeshauptstadt. Alle insgesamt 1799 Tiere sorgen für ein Vermögen in der Zoo-Bilanz von lediglich 12 000 Euro – 0,2 Prozent des Besitzes des Tierparks. Alles kann die städtische Einrichtung im neuesten Beteiligungsbericht detailliert auflisten – bis auf die Schnecken. Zwei verschiedene Arten hält der Zoo, aber wie viele es sind, ist unklar.

Solche interessanten Fakten stehen im 350 Seiten starken Bericht, den die Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung jetzt in seiner 16. Auflage vorgelegt hat. Auch lässt sich beispielsweise nachlesen, welche Summen die Stadtvertreter als Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit in den Aufsichtsgremien der Unternehmen erhalten, an denen die Stadt beteiligt ist. So bekommt ein ehrenamtlicher Kommunalpolitiker für sein Engagement bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen beispielsweise 53 Euro pro Sitzung, wer bei den Stadtwerken im Aufsichtsrat sitzt, bekommt 125 Euro pro Beratung.

Doch der Beteiligungsbericht ist natürlich in erster Linie dafür da, die kommunalen Unternehmungen nachvollziehen zu können. „Wir haben alles so transparent wie möglich dargestellt“, fasst Matthias Dankert zusammen, Geschäftsführer der Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung.

Dass die Stadtwerke zu 100 Prozent der Stadt gehören, ist allgemein bekannt. Der Bericht zeigt aber beispielsweise auch, welche weiteren Beteiligungen die Stadt über die Stadtwerke hat: vom Nahverkehr bis hin zum Belasso-Sportpark. Von letzterem will sich die Stadt perspektivisch im Übrigen trennen, wie Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow erstmals eingestand: „Ein Sportstudio gehört auf Dauer nicht in die öffentliche Hand.“

Die Landeshauptstadt ist derzeit an 37 Unternehmen direkt und indirekt beteiligt. Insgesamt sind in wirtschaftlichen Unternehmen mit städtischer Beteiligung einschließlich der Beteiligungen Helios-Kliniken und Sozius 4359 Mitarbeiter beschäftigt. Rund 200 Auszubildende erlernen in den kommunalen Unternehmen ihren Beruf. Durch die Eigen- und Beteiligungsunternehmen wurden Umsatzerlöse in Höhe von 731 Millionen Euro erzielt und Investitionen von 40 Millionen Euro getätigt. Allein die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) hat 2014 in den Bau und den Betrieb der Bioabfallverwertungsanlage im Industriepark Schwerin in den Göhrener Tannen 6,8 Millionen Euro investiert. „Der Beteiligungsbericht unterstreicht den großen Stellenwert der Kommunalwirtschaft in der Landeshauptstadt Schwerin. Die kommunalen Eigenbetriebe, Eigen- und Beteiligungsunternehmen haben sich als zuverlässiger Partner der kommunalen Daseinsvorsorge und Dienstleister der Verwaltung bewährt“, so die Einschätzung von Oberbürgermeisterin Gramkow.

Zum besseren Verständnis enthält der Bericht auch Erläuterungen zu betriebswirtschaftlichen Fachbegriffen und zu den verwendeten Bilanz- und Leistungskennzahlen.

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