zur Navigation springen

Stellplatzsuche in Schwerin : Freie Parkplätze besser finden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu viel Verkehr in der City: Diskussion um dynamisches Parkleitsystem beginnt erneut

von
erstellt am 16.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Gibt es tatsächlich zu wenig Parkplätze in der Innenstadt? Befragungen ergaben, dass vor allem Besucher mit der Parksituation in Schwerin unzufrieden sind. Die Verwaltung denkt jetzt sogar über den Bau eines neuen Parkhauses nach, um Abhilfe zu schaffen. Aber das braucht Schwerin gar nicht, findet zumindest Projektentwickler und Parkhausbetreiber Rainer Beckmann. Ein dynamisches Parkleitsystem würde aus seiner Sicht die Probleme beseitigen. Denn genug Stellflächen gäbe es längst in der City. Nur welche gerade frei sind und wie man sie am besten erreicht, das müsse den Autofahrern auf entsprechenden Anzeigetafeln noch mitgeteilt werden. So könnten sie ohne weiteres Rumkurven und Suchen gezielt in das nächstgelegene freie Parkhaus fahren, würden die Umwelt und ihre Nerven schonen.

Beckmann selbst betreibt in der Geschwister-Scholl-Straße das „Parkhaus am Schloss“ mit rund 340 Parkplätzen. Selbst zu Spitzen-Auslastungszeiten – zumeist im Juli und August zwischen 12 und 14 Uhr – gäbe es bei ihm immer noch freie Flächen. Den Betreibern anderer Parkflächen erginge es ähnlich. Sei ein Parkhaus durchschnittlich zu 50 Prozent ausgelastet, sei das schon ein hervorragendes Ergebnis. Neben dem Parkhaus am Schloss bietet das Schlosspark-Center rund 1000 Plätze, die Schweriner Höfe etwa 350, die Marienplatzgalerie etwa 140, die Burgseegalerie 120, rechnet Beckmann vor. Außerdem sind da noch die Parkplätze an der Grünen Straße, am Bertha-Klingberg-Platz und am Bahnhof. Zu besonderen Anlässen wird es zwar manchmal knapp mit den freien Plätzen. Aus Beckmanns Sicht aber nicht knapp genug, um einen städtischen Parkhaus-Neubau zu rechtfertigen, den womöglich die Allgemeinheit mit ihren Steuergeldern finanzieren müsste. „Die Stadt sollte jetzt lieber die Parkhausbetreiber an einen Tisch holen und ein Konzept erarbeiten für ein dynamisches Leitsystem“, sagt er. Natürlich müssten die Parkplatzvermieter das mit bezahlen.

Die Idee des dynamischen Parkleitsystems hat sich in vielen deutschen Städten bewährt, ist allerdings durch die aufwändige Technik mit einigen Kosten verbunden. Auch in Schwerin stand das Thema vor einigen Jahren schon einmal auf der Tagesordnung. Mehrfach habe die Stadt dafür Mittel beim Bund beantragt. Einmal sei das abgelehnt worden, ein zweites Mal habe man in Absprache mit der Stadtvertretung die genehmigten Gelder umgelenkt und zur Finanzierung der neuen Schweriner Straßenbeleuchtung verwendet, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Aber wir als Stadt wollten natürlich schon immer ein dynamisches Parkleitsystem“, betont er. Er begrüße daher die Initiative von Rainer Beckmann und wolle sie gerne zum Anlass nehmen, mit allen Beteiligten noch einmal ins Gespräch zu kommen. Auch über die Finanzierung solch eines Projektes.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen