Schwerin : Freie Fahrt in der Partnerstadt

Ticket-Verkauf am Marienplatz:  Wenn es so kommt, wie es sich Nahverkehrschef Wilfried Eisenberg vorstellt, dann müssen sich Gäste aus Odense mit einer Zeitkarte für den heimischen ÖPNV nicht mehr anstellen.
Ticket-Verkauf am Marienplatz: Wenn es so kommt, wie es sich Nahverkehrschef Wilfried Eisenberg vorstellt, dann müssen sich Gäste aus Odense mit einer Zeitkarte für den heimischen ÖPNV nicht mehr anstellen.

Schweriner Nahverkehrschef Wilfried Eisenberg schlägt besondere Kooperation mit Freunden im dänischen Odense vor

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20. Juni 2018, 23:18 Uhr

382 Kilometer liegen zwischen Schwerin und Odense. Wer einen Zeitticket des Schweriner Nahverkehrs besitzt, muss zwar noch die Anreise in die dänische Partnerstadt bezahlen, fährt im Geburtsort des Dichters Hans Christian Anderson aber vielleicht bald zum Nulltarif mit Bus und Bahn. Den ersten Schritt will jedenfalls der Nahverkehrsbetrieb der Landeshauptstadt in diesem Sommer machen: „Wir möchten den Odensern ermöglichen, mit ihren Wochen- und Monatskarten kostenlos unsere Fahrzeuge zu benutzen“, sagt Geschäftsführer Wilfried Eisenberg.

Anlass für die Initiative: In Odense soll es neben Bussen auch wieder eine Straßenbahn geben. 1952 war der Gleisbetrieb eingestellt worden, 2015 beschlossen die Stadtväter und -mütter den Aufbau eines neuen Netzes. 2020 soll die erste Bahn in der 178 000-Einwohner-Stadt rollen. „In Skandinavien wird die Straßenbahn als nachhaltiges Verkehrsmittel besonders gefördert“, erklärt Eisenberg. Nun werde auch Odense wieder eine Straßenbahn-Stadt – wie Schwerin. „Mit unserer Initiative zu den Zeittickets wollen wir ein Zeichen für umweltbewussten Straßenverkehr setzen und gleichzeitig den Tourismus und die Verbindung zwischen Schwerin und Odense stärken“, so der Chef des Schweriner Nahverkehrs. Er ist guter Hoffnung, dass die Dänen auf den Vorschlag aus Deutschland eingehen.

Das gemeinsame Projekt soll nach den Vorstellungen von Eisenberg bei einer Straßenbahn-Taufe in Schwerin besiegelt werden. „Nach den Sommerferien wollen wir der zweiten Bahn, die aus der Hauptuntersuchung kommt, den Namen Odense geben“, verrät der Geschäftsführer. Der Name der Partnerstadt war beim Ideenwettbewerb von Nahverkehr und unserer Zeitung vorgeschlagen worden – zum Gefallen der Jury. Die erste Bahn soll bekanntlich am kommenden Sonnabend um 10.45 Uhr beim Fest zu „110 Jahre elektrische Straßenbahn in Schwerin“ auf dem Betriebshof im Haselholz auf den Namen von Blumenfrau Bertha Klingberg getauft werden.

Zur Taufe der Odense-Bahn will Eisenberg Gäste aus Dänemark einladen. Und was ist mit den anderen Partnerstädten Schwerins, mit Reggio Emilia, Vaasa, Wuppertal, Tallinn, Pila und Växjö? Der Geschäftsführer möchte nichts überstürzen. „Wir konzentrieren jetzt
erst einmal auf Odense“, sagt er.

Auch Eisenberg weiß: Die wirtschaftliche Bedeutung der Ticket-Initiative dürfte eher gering sein – obschon immer wieder auch Gäste aus Odense nach Schwerin kommen und umgekehrt. Es gehe aber um die Symbolik, betont der Nahverkehrschef.

Um konkrete Fakten geht es dagegen bei einem anderen aktuellen Nahverkehrsthema: der Schülerbeförderung. Fragen richten sich dabei allerdings nicht an den Verkehrsbetrieb, sondern an die Stadtverwaltung. Worum es sich dreht lesen Sie morgen in Ihrer SVZ.

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