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Paulsdammbrücke Schwerin : Freie Fahrt für die Segler

vom

Noch fehlen etwa sieben Kilometer, bis die Umgehungsstraße rund um Schwerin fertig ist. Die genaue Trassenführung der Nordumgehung ist noch offen. Stimmen werden laut, beim Ausbau auch an größere Schiffe zu denken.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2012 | 06:57 Uhr

Schwerin | Noch fehlen etwa sieben Kilometer, bis die Umgehungsstraße rund um die Landeshauptstadt fertig ist. Die Nordumgehung wird laut Landesregierung gebaut, nur die genaue Trassenführung ist noch offen. Denn der zweite Bauabschnitt der nördlichen Ortsumgehung von Schwerin ist im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten. Wenn jedoch der Paulsdamm, die Querung von Schweriner Innen- und Außensee im Verlauf der B 104 ausgebaut werden soll, dann müsse neben Naturschutz auch der touristische Aspekt bedacht werden. Das macht die neu gegründete Interessengemeinschaft barrierefreie Paulsdammquerung deutlich.

"Die älteren Schweriner werden sich noch gut daran erinnern, dass bis 1970 diese Brücke eine Drehbrücke war. Das hatte den Vorteil, dass größere Boote den Paulsdamm problemlos passieren konnten", sagt Hartmut Braun, Sprecher der Interessengemeinschaft. "Mit dem Neubau der Brücke über den Paulsdamm als Klapp- oder Drehbrücke würde die Möglichkeit bestehen, unsere Region touristisch besser zu entwickeln. Damit hätten größere Boote und vor allen Dingen Segelboote einen ungehinderten Zugang zum Schweriner Außensee und umgekehrt."

Um dieses Ansinnen zu fördern, haben der Sportverein Mecklenburgisches Staatstheater e.V. und der Schweriner Seglerverein von 1894 e.V. im Juli beschlossen, die "Interessengemeinschaft barrierefreie Paulsdammquerung" zu gründen. Ziel der Interessengemeinschaft ist es, möglichst viele Gleichgesinnte zu gewinnen, um den Gedanken der wassersportlichen Entwicklung der Schweriner Seenlandschaft zu fördern. "Wir möchten erreichen, dass beide Schweriner Seen, Außen- und Innensee, wassersportlich enger zusammenwachsen können", sagt Braun. "Ein Meilenstein hierfür wäre es, die neue Brücke über den Paulsdamm so zu gestalten, dass diese für größere Wasserfahrzeuge problemloser passierbar ist. Dafür setzen wir uns ein."

Die Pläne, den Paulsdamm zwischen Wickendorfer und Ramper Moor auszubauen, haben allerdings bereits die Umweltschützer aufgeschreckt (SVZ berichtete). "Der Paulsdamm führt durch ein Feuchtgebiet, vorbei an einem Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiet", hatte Arndt Müller vom BUND gegenüber unserer Zeitung erklärt. Für Straßenbauprojekte gebe es in solchen Arealen "erhebliche Beeinträchtigungen", beziehungsweise hohe Auflagen für den Bauträger. So müssen bei einer Trassenführung, die vom Paulsdamm abweicht und beispielsweise parallel zur heutigen Fahrbahn verläuft, so genannte Ausgleichsflächen gefunden werden. Allerdings sei das in den Augen von Müller eine unbefriedigende Lösung. Der Lebensraum des betroffenen Feuchtgebietes würde unwiederbringlich verloren gehen, wie er sagte. Auch ein vierspuriger Ausbau des bestehenden Paulsdamms würde gravierend in den Lebensraum eingreifen.

Die dritte Variante ist ein Brückenschlag über die Nordspitze des Schweriner Innensees, südlich des Paulsdamms. "Abgesehen von den horrenden Kosten und dem riesigen Bauaufwand zeigt das Beispiel Jarmen, wie viel Nutzen so ein Projekt bringt", sagt Müller. In Jarmen führt die A 20 über den Fluss Peene. Der Bau hatte nach Angaben des BUND erhebliche Kosten verursacht. Ein ähnliches Szenario befürchtet Müller auch bei dem Bau einer Überführung über den Innensee. Dennoch macht die letztere Lösung für ihn aus Sicht des Naturschutzes am meisten Sinn. Allerdings unter einer Voraussetzung: Der Paulsdamm sollte zurückgebaut werden, "wenn keine Fahrzeuge mehr durch das Schutzgebiet rollen", sagt er.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Seebrücke gebaut werden kann, halten allerdings selbst die Fachleute vom Straßenbauamt für gering. "Die Einschnitte wären mit dieser Variante gravierender als am Paulsdamm", hatte Dezernent Wilfried Schubert vom Schweriner Straßenbauamt bereits im vergangenen Jahr gegenüber unserer Zeitung gesagt.

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