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Blick ins Schweriner Stadthaus : Frauen-Power in der Verwaltung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei der Stadt gibt es deutlich mehr Mitarbeiterinnen als Mitarbeiter – bei den Leitungsposten ist es umgekehrt

Stadthaus, sechste Etage, Büro der Oberbürgermeisterin. Hier herrscht Frauen-Power. Im Vorzimmer zwei Sekretärinnen, eine Leiterin des Büros, eine Pressesprecherin und natürlich Angelika Gramkow. Nur der Dezernatskoordinator – ein einsamer Mann auf dem Flur. In der Führungsriege der Stadtverwaltung ist es anders. Da muss sich die Oberbürgermeisterin in der Dezernentenrunde gegen ihre beiden Stellvertreter Bernd Nottebaum und Andreas Ruhl durchsetzen.

Betrachtet man jedoch die gesamte Stadtverwaltung, ergibt sich ein anderes Bild. Insgesamt sind im Stadthaus aktuell 1017 Mitarbeiter beschäftigt. Davon sind 636 weiblich und 381 männlich. Ein Verhältnis etwa von zwei Dritteln zu einem Drittel. Verwaltung – eine Frauendomäne.

Geht es jedoch um die Leitungsposten, sieht es schon anders aus. Entgegen der Forderung der Oberbürgermeisterin und des direkten oder indirekten Bemühens von Angelika Gramkow, Frauen auf Chefsessel zu hieven, haben die Männer auf der Ebene unterhalb der Dezernenten das Sagen. 17 Herren stehen 11 Damen gegenüber. Bei den Abteilungsleitern, die heute Fachgebietsleiter heißen, ist es wieder umgekehrt. Auf dieser Ebene ist der Damenanteil mehr als doppelt so groß, wie der der Herren. Ein Vergleich der aktuellen Zahlen mit denen zum Amtsantritt von Angelika Gramkow ist schlecht möglich, hat sich doch die Struktur der Stadtverwaltung in den zurückliegenden sieben Jahren geändert.

Das Bemühen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, ist in der Stadt nicht immer von Erfolg gekrönt. Ganz aktuell steht die Personalie der Chefin des Fachdienstes Jugend, Schule und Sport im Fokus der Kritik. Die Mehrheit der Stadtvertreter wirft der Oberbürgermeisterin im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal im Verein Power for Kids eine Fehlbesetzung der Stelle vor. Auch im Umweltamt, das jetzt Fachdienst Umwelt heißt, gab es verwaltungsinterne Probleme mit der Leiterin. Diese wurde auf den Posten der Klimabeauftragten umgesetzt und taucht in der Öffentlichkeit nicht mehr auf. Chef des Umwelt-Fachdienstes ist jetzt wieder ein Mann. Auch im Zoo hat es nicht geklappt. Nach drei Jahren mit vielen internen Querelen, einem Rückgang der Besucherzahlen und Finanzproblemen „bat“ die damalige Chefin um eine Auflösung ihres Vertrages „aus persönlichen Gründen“. Wie zu hören war, hatte die Oberbürgermeisterin deutlich Druck gemacht, um Ruhe in den Zoo zu bringen. Heute leitet wieder ein Mann den Schweriner Tierpark.

Auf der Chefetage im Stadthaus könnte es auch bald eine Geschlechterveränderung geben. Dezernatskoordinator Dirk Kretschmar wird Leiter des Kulturbüros. Vielleicht macht dann eine Nachfolgerin den Flur in der sechsten Etage zu einer reinen Frauendomäne.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 23:54 Uhr

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