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Cécile Bonnet in Kulturausschuss berufen : Französin macht in Schwerin Politik

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Die Französin Cécile Bonnet hat durch ihre kulturelle Arbeit mit jungen Leuten, Kontakt zu der Jugendorganistation der FDP entwickelt. Auf deren Empfehlung wurde sie in den Kulturausschuss der Stadtvertretung gewählt.

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erstellt am 25.Jan.2012 | 09:44 Uhr

Schwerin | "Ich bin EU-Bürgerin, ich fühle mich als Europäerin", sagt Cécile Bonnet in perfektem Deutsch und akzentfrei. Ihre französische Herkunft will die 29-Jährige keinesfalls verleugnen, ist stolz darauf, Französin zu sein, aber ihr gesellschaftliches Engagement will sie nicht auf ihr Heimatland beschränken. "Ich lebe und arbeite in Schwerin. Ich habe hier schon vor Jahren meinen Koffer ausgepackt. Da ist es doch selbstverständlich, dass ich mich hier auch engagiere", betont sie. Durch ihre kulturelle Arbeit mit jungen Leuten habe sich irgendwann der Kontakt zu den Schweriner Jungen Liberalen, der Jugendorganisation der FDP, entwickelt. Auf deren Empfehlung wurde sie Ende vergangenen Jahres als sachkundige Bürgerin in den Kulturausschuss der Stadtvertretung gewählt.

Stark machen will sich Cécile Bonnet vor allem für die interkulturelle Bildung. "Die Jugend hat ein Recht darauf, unser neues Europa mitzugestalten. Und sie hat jetzt auch die reale Chance, dies zu tun. Ich möchte den jungen Leuten dabei Mut machen", sagt die junge Französin, die an den Universitäten von Aix en Provence und Tübingen ihr Masterstudium absolviert hatte.

Seit 2006 arbeitet sie in der Bundesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung mit, einer Dachorganisation, mit deren Hilfe auch die Schweriner Schule der Künste internationale Kontakte knüpft. So kam sie übrigens auch nach Schwerin. "Das war 2007, als die Jugendkunstschule Gastgeber eines europäischen Projekts war und unter anderem auch Gäste aus Marseille hatte. Eine ausländerfeindliche Attacke damals gehörte zu meinen ersten Erlebnissen in Schwerin", erinnert sich Cécile Bonnet. Davon hatte sich die junge Französin aber nicht abschrecken lassen, sondern bewertete dies eher als Zeichen des dringenden Bedarfs der Stadt an mehr Weltoffenheit und Internationalität.

Mittlerweile gehören die europäischen Jugendbegegnungen zum Alltag in Schwerin. Zu den internationalen Sommercamps der Jugendkunstschule, die ein bis zweimal pro Jahr stattfinden, reisen Jugendliche aus anderen Ländern an oder junge Schweriner besuchen Projektpartner im Ausland. Aktuell arbeiten Jugendliche aus Frankreich, Spanien, Russland, Ägypten und Deutschland zusammen. "So etwas gab es früher nicht. Das eröffnet viel mehr Möglichkeiten, sich kennenzulernen und auszutauschen", sagt Cécile Bonnet. So würden Vorurteile abgebaut, die meist auf Unwissen beruhten.

Dass das Engagement für interkulturelle Bildung viel Zeit und Arbeit erfordert, schreckt die junge Französin nicht. "Es kommt doch darauf an, die Menschen zu erreichen, wenn man sie zum Mitgestalten der Gesellschaft, zum Mitgestalten des neuen Europas bewegen will", sagt sie. Und lebt es vor. Ihr Ansatz dabei: Wenn man nachhaltig Politik beeinflussen will, müsse man sich auch selbst politisch engagieren. Das will sie nicht laut und plakativ, sondern durch sachkundige Arbeit erreichen. Und im Team. "Mir hat meine erste Kulturausschusssitzung in Schwerin sehr gefallen. Es gab keinen Streit und ging im Vergleich zu Frankreich erstaunlich ruhig und diszipliniert zu", erzählt sie schmunzelnd. So stelle sie sich Sacharbeit vor. "Jetzt muss ich sehen, wo genau ich mich wie einbringen kann, um die Arbeit des Ausschusses voranzubringen", sagt die 29-Jährige. Denn sie wolle nicht passives Mitglied sein, sondern aktiv werden, aber nicht mit Aktionismus, sondern mit konstruktiven Ideen und kooperativer Zusammenarbeit.

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