Studentenleben : Franziska haucht Kriegern Leben ein

Franziskas Retortenbaby: Seit Wochen dreht sich im Leben der angehenden Game-Designerin alles um „Legion 1“. Der künstlich geschaffene Krieger ist das Semesterprojekt der 27-Jährigen. Sie entwirft ihn auf dem Papier, bevor sie ihm  am PC Leben einhaucht.
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Franziskas Retortenbaby: Seit Wochen dreht sich im Leben der angehenden Game-Designerin alles um „Legion 1“. Der künstlich geschaffene Krieger ist das Semesterprojekt der 27-Jährigen. Sie entwirft ihn auf dem Papier, bevor sie ihm am PC Leben einhaucht.

Glaubhafter Bösewicht: Schwerins angehende Game-Designer entwerfen mit aufwändiger Software beeindruckende Charaktere in 3D

svz.de von
18. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Sie zeichnet, „seit ich einen Stift halten kann“, sagt Franziska Totzke. Ihre Bilder gleichen Studien von Fabelwesen, Fantasy-Figuren und ausdrucksstarken Gesichtern. Ihre Arbeit aus den vergangenen Jahren dienen der angehenden Game-Designerin heute als Vorlage für ihre Studienobjekte – einem Krieger mit dem Namen „Legion 1“. Diesen Bösewicht entwirft die 27-Jährige für ihr aktuelles Studienprojekt. Franziska macht an der Schweriner Design-Schule eine Ausbildung zur Game-Designerin.

„Der Beruf ist jung, aber im Kommen“, sagt Thomas Garling, Fachbereichsleiter für Game-Design. Die Nachfrage in diesem Ausbildungszweig sei bereits größer als das Angebot in Schwerin. Die Azubis lernen den Umgang mit moderner Software wie „XSI“ und „Zbrush“. Vor allem der künstlerische Anspruch sei für viele attraktiv. „Das Ziel ist es, am Computer glaubhafte Figuren zu schaffen, die Technik ermöglicht filmreife Charaktere“, sagt Thomas Garling. Beim Charakter-Design gehe es nicht nur um Äußerlichkeiten, „sondern darum, das Leben des Protagonisten in seinem Aussehen wiederzugeben“. Das setzen Game-Designer über Charakterzüge im Gesicht, Ausrüstung, Bewegungen und Dialoge um. Franziska zeichnete ihre Figur „Legion 1“ zunächst aus vielen Perspektiven, machte Stichpunkte über Charakter und Kleidung. Etwa zwölf Stunden stecken inzwischen in der „elektronischen Umsetzung“ am PC.

Die Vorlage für die Schweriner Azubis ist das Buch „Dämliche Dämonen“. Nach ersten Entwürfen auf Papier folgt die 3D-Umsetzung am PC. Parallel entwerfen die angehenden Game-Designer die Umgebung, in der sich „Legion 1“ bewegt und einen zweiten Charakter, mit dem dieser Figur agiert. „Stimmung, Umgebung und Verhalten beeinflussen die Darstellung des Charakters“, sagt Thomas Garling. Und die Glaubhaftigkeit des Charakters ist am Ende auch Ausdruck für das Können des Programmierers. Die Ausbildung im Traumberuf Game-Designer kostet Geld. „Ich habe mich beim Bund verpflichtet und für meine Studiengebühren gespart“, so Franziska. Sie stammt eigentlich von der Insel Usedom und ist mit 27 Jahren nicht die Älteste ihres Semesters. Mit „Legion 1“ erschafft sie „das erste lebensfähige Retortenbaby einer Armee. Der Bösewicht durchlebt im Laufe des Spiels eine Charakteränderung“, erklärt Franziska. Wie glaubhaft „Legion 1“ am Ende auftritt, entscheidet auch über Franziskas Werdegang zur anerkannten Game-Designerin.

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