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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 12:30 Uhr

Reinhard auf Rente : Fotograf legt die Kamera weg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Reinhard Klawitter geht morgen offiziell in den Ruhestand

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Ob auf der Entbindungsstation, im Kindergarten, in der Schule, in Unternehmen und Vereinen, in Geschäften oder im Altenheim – ihn kennen in Schwerin eigentlich alle: Reinhard Klawitter. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der selbstständige Fotograf in der Stadt und der Region unterwegs, um Menschen und das Geschehen mit seiner Kamera einzufangen. In sehr vielen Fällen arbeitete er dabei für die Schweriner Volkszeitung. Heute wird das offiziell zum letzten Mal so sein. Der 65-Jährige darf mit Ehefrau Cornelia seinen Ruhestand genießen.

Den Umgang mit der Kamera lernte Reinhard Klawitter während seines Wehrdienstes bei der NVA. Das lose Mundwerk, immer hat er einen passenden Spruch oder Witz parat, hatte er da schon längst. Es hat ihm stets die Türen geöffnet und so die Arbeit erleichtert. Nur in jungen Jahren ist auch er damit angeeckt. Bei der Stasi wurde er als Mitglied einer Neumühler „Rockerbande“ geführt, „die mit ihren Motorrädern herumfuhr und Beat-Musik“ hörte. Reinhard Klawitter ist stolz darauf.

Erst angestellt bei der Norddeutschen Zeitung wechselte er nach der Wende zur Bild. Als das Boulevardblatt seine Redaktion erst in Schwerin und später in Rostock schloss und ihn nach Erfurt schicken wollte, entschied sich der bodenständige Wittenfördener für die Selbstständigkeit. Er wollte in seiner Heimat bleiben.

Seitdem arbeitete er für unzählige Zeitschriften, Agenturen und Tageszeitungen, für Institutionen und Vereine. Doch bei seinem Auftraggeber SVZ fand er zudem Kollegen, mit denen er gern und mehr zusammenarbeitete, als es für einen Selbstständigen normal ist. Vor allem für die Lokalredaktion wird sich ab morgen der Alltag verändern. Nicht nur seine schlagkräftigen Zwei-Satz-Analysen einer Tatort-Folge, die kritische Zusammenfassung des Bundesligaspieltages aus Sicht des bekennenden Borussia-Dortmund-Fans oder einfach nur entschuldigende Sätze wie „Ich bin Fotograf, nicht David Copperfield“ werden fehlen.

Wird es nun ein Leben gänzlich ohne einen Fotoapparat für Reinhard Klawitter geben? „Nein. Dafür mache ich das doch viel zu gerne“, sagt er. So werden viele Schweriner ihn auch in der nächsten Zeit im Einsatz vor Ort erleben können – nur eben viel, viel seltener.

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