Schwerin baut am Wasser : Fokker-Areal wird Urlaubsparadies

Kein schöner Anblick: marode Bootsschuppen am Westufer des Innensees hinter der Bornhövedstraße. Dieses Areal mit der alten Fokker-Halle im Hintergrund soll für die touristische Nutzung erschlossen werden. Die Schuppen werden abgerissen.
Kein schöner Anblick: marode Bootsschuppen am Westufer des Innensees hinter der Bornhövedstraße. Dieses Areal mit der alten Fokker-Halle im Hintergrund soll für die touristische Nutzung erschlossen werden. Die Schuppen werden abgerissen.

Auf ehemaligem Flugzeugbaugelände in der Bornhövedstraße entstehen Wohnmobil-Stellplätze, Ferienhäuser und Bootsliegeplätze

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09. Juni 2016, 21:00 Uhr

An Schwerins Flugzeugbautradition erinnern insbesondere die beiden so genannten Fokker-Hallen am Ende der Bornhövedstraße. In dem exponierten Bereich am Ufer des Schweriner Sees soll jetzt ein Urlauberparadies mit Caravan-Stellplätzen, Ferienhäusern und Bootsanleger entstehen.

Die Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Flugzeugbauer Anthony Fokker errichteten Produktionshallen sind in weitgehend originalgetreuem Zustand erhalten – in Holzkonstruktion mit Lehmfußboden. Während die hintere seit vielen Jahren vom Anglerverein genutzt und unterhalten wird, stand das Schicksal der vorderen auf der Kippe. Die Stadt nutzte ihr Vorkaufsrecht, erwarb das Industriedenkmal und rettete es vor dem Verfall. Das Gelände wurde beräumt und das Grundstück zum Verkauf ausgeschrieben.

„Unser städtebauliches Ziel für das Areal in exponierter Lage direkt am Schweriner See ist eine nachhaltige touristische Nutzung unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Halle“, erläutert Baudezernent Bernd Nottebaum. Entsprechend sei die Ausschreibung formuliert worden. Es gab mehrere Bewerber und viele Ideen, mehrere Vorgespräche und schließlich eine Entscheidung. „Wir haben uns für eine GbR mit vier Gesellschaftern entschieden. Sie erfüllte als einziger Bewerber die Vorgaben der Stadt“, berichtet der Vize-Oberbürgermeister.

Das Konzept sieht den Bau von zunächst 16 Wohnmobil-Stellplätzen, die Errichtung von zunächst 20 Ferienhäusern und den Bau eines Bootsanliegers mit 40 Plätzen vor. Die Halle soll als Unterstellmöglichkeit und Reparaturwerkstatt genutzt werden, beschreibt Nottenbaum. Dann geht er ins Detail: Die Situation an der Marina Nord zeige die große Nachfrage nach Caravan-Stellplätzen und Ferienwohnungen insbesondere für Familien. Dem will die Stadt mit der Entwicklung des Geländes Rechnung tragen. Die Bootsliegeplätze indes seien keine zusätzlichen, sondern sollen vorhandene ersetzen. „Die in dem Uferbereich stehenden Bootshäuser sind marode und werden abgerissen. Deren Nutzer können ihre Boote an dem neuen Steg anlegen.“

Der Hauptausschuss hat grünes Licht für das Projekt gegeben. Die GbR könnte jetzt loslegen. Sie will 6,5 Millionen Euro investieren – allerdings gestreckt auf einen Zeitraum von fünf Jahren.

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