Flüchtlinge in Schwerin : Flüchtlinge suchen Job in Deutschland

Hilfe beim Berufsstart in der neuen Heimat: Bassam Al-Hakimi von der Arbeitsagentur (l.) kümmert sich um die syrischen Flüchtlinge Iman Aqel und Mohamad Lahham.
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Hilfe beim Berufsstart in der neuen Heimat: Bassam Al-Hakimi von der Arbeitsagentur (l.) kümmert sich um die syrischen Flüchtlinge Iman Aqel und Mohamad Lahham.

Arbeitsagentur hat ein Büro in der Erstaufnahme in Stern Buchholz eröffnet

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02. September 2015, 08:00 Uhr

Sie floh vor dem Bürgerkrieg in Syrien, hat sich auf dem Landweg nach Deutschland durchgeschlagen. Iman Aqel will in der Bundesrepublik ein neues Leben beginnen. Die 35-Jährige, die in ihrer Heimat Tourismus studiert und in einem Hotel gearbeitet hat, möchte so schnell wie möglich einen Job finden. Dabei hilft ihr die Schweriner Arbeitsagentur. Sie hat die Daten der Syrerin bereits aufgenommen – in einem Büro in der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz.

Drei Mitarbeiter der Arbeitsagentur sind in dem Büro tätig, fragen die Flüchtlinge nach ihrem Lebenslauf, nach beruflichen Fähigkeiten und Wünschen. „Das Interesse an unserem Angebot ist groß“, schildert Bassam Al-Hakimi von der Arbeitsagentur, der selbst aus dem Jemen stammt. Viele Asylbewerber seien darüber hinaus dankbar, auf einem Gesprächspartner zu begegnen, mit dem sie sich auf Arabisch unterhalten könnten.

Mit rund 60 Flüchtlingen haben Al-Hakimi und seine Kollegen in Stern Buchholz bereits gesprochen. Mehr als 40 von ihnen hätten ein Abitur, knapp 20 einen Studienabschluss, berichtet der stellvertretende Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Lothar Michael. „Wir sollten den Flüchtlingsstrom als Chance für Mecklenburg-Vorpommern sehen“, betont er. Wegen des demografischen Wandels und der fortgesetzten Abwanderung würden Fachkräfte dringend benötigt. Die Flüchtlinge brächten nicht nur fachliche Qualifikationen mit, sondern auch interkulturelle Erfahrungen, so Michael. Gerade Asylbewerber aus Syrien würden mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben, kämen daher für eine Vermittlung in Frage, entscheidend für einen Job seien allerdings deutsche Sprachkenntnisse.

Auch Mohamad Lahham hofft auf eine Chance in Deutschland. Der 26-Jährige stammt aus dem umkämpften Aleppo. Er habe nur noch aus der Stadt heraus wollen, sagt der Syrer. 23 Tage lang war er unterwegs in die Bundesrepublik, seit zwei Wochen lebt er in Stern Buchholz. „Ich habe Chemie studiert und würde meine Ausbildung in Deutschland gerne fortsetzen, um dann hier zu arbeiten.“

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