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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 03:50 Uhr

Schwerin : Flüchtlinge nun in der Werkstraße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Notunterkunft in Schwerin-Süd bietet knapp 400 Plätze. Stadt richtet sich im kommenden Jahr auf weitere 1400 Zuwanderer ein

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 21:00 Uhr

In Schwerin ist eine neue Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet worden: Knapp 400 Plätze stehen in einem früheren Betriebsgebäude in der Werkstraße in Süd zur Verfügung. Die bisherige Unterkunft in der alten Comeniusschule in Lankow mit rund 150 Betten wurde geschlossen, wird aus Sicherheitsgründen noch weiter bewacht.

Mit eigenen Kräften habe die Stadt den Umzug von 140 Asylbewerbern in die Werkstraße bewältigt, sagt Sozialdezernent Andreas Ruhl. In der neuen Unterkunft fänden die Flüchtlinge mehr Raum und bessere sanitäre Bedingungen. „Vor allem für Familien mit Kleinkindern hat sich die Situation wesentlich verbessert“, betont Ruhl.

Wie groß der Bedarf an Plätzen ist, zeigt diese Zahl: Wenige Tage nach der Eröffnung sind in der Werkstraße nach Angaben des Landes fast 380 Asylbewerber dort untergebracht. Eine zweite Notunterkunft für Flüchtlinge gibt es in Schwerin weiterhin in der Gartenstadt. In einem Gebäude werden 50 Plätze dort bereitgehalten. Über rund 600 Plätze verfügt die Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz, in der zusätzlich auch eine eigene Notunterkunft vorgehalten wird.

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen, die auf die Kommunen verteilt werden, setze die Stadt weiterhin auf eine dezentrale Lösung, betont Dezernent Ruhl. In 108 Wohnungen, verteilt auf die Stadtteile Mueßer Holz, Lankow, Krebsförden, Neu Zippendorf und Großer Dreesch, seien derzeit rund 370 Frauen, Männer und Kinder untergebracht. Sie stammen zumeist aus den Krisenstaaten Syrien, Afghanistan und der Ukraine.

Mit weiteren mehr als 300 Flüchtlingen rechne die Stadt noch in diesem Jahr, sagt Ruhl. „Wir benötigen also noch etwa 70 bis 80 Wohnungen.“ Die Stadt arbeite eng mit der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) zusammen, die die erforderlichen Quartiere nicht nur bereitstelle, sondern im Auftrag der Kommune auch einrichte, erklärt der Dezernent. Die Kosten würden dann mit dem Land abgerechnet.

Als größte aktuelle Herausforderung bezeichnet Ruhl die Betreuung der gegenwärtig rund 80 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Schwerin. Die Stadt kooperiere bei dieser Aufgabe mit freien Trägern. „Es ist aber gar nicht so leicht, geschultes Personal im notwendigen Umfang zu finden“, schildert der Dezernent.

Die eigentlichen Herausforderungen für die Kommune kämen jedoch noch erst, erklärt Ruhl. So werde sich die Quote der Flüchtlinge, die Schwerin aufzunehmen habe, im kommenden verdoppeln. Im Klartext: „Im Jahr 2016 erwarten wir noch einmal etwa 1400 Zuwanderer.“

Die Unterbringung der Flüchtlinge sei dabei nur ein Teil der Aufgabe, auf die sich die Gesellschaft vorbereiten müsse, erläutert der Dezernent. „Die Menschen, die zu uns kommen, brauchen auch Hilfe bei der Integration.“ Sprachkenntnisse und kulturelle Kompetenzen spielten eine wichtige Rolle, wenn die Flüchtlinge Erfolg auf dem Arbeitsmarkt haben sollen, so Ruhl. Die Stadt sei unter anderem in dieser Hinsicht gefordert: Genügend Platz in Kitas und Schulen zur Verfügung zu stellen.

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