Schweriner Asylbewerber - Erste Bilanz : Flüchtlinge gut aufgehoben

Mehr als 40 Asylbewerber leben derzeit im Mueßer Holz, im Dezember kam der größte Teil von ihnen nach Schwerin. Das Zusammenleben gestaltet sich ausgesprochen würdig, friedlich und verantwortungsvoll.

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29. März 2013, 04:48 Uhr

Muesser Holz | Mehr als 40 Asylbewerber leben mittlerweile im Mueßer Holz, im Dezember kam der größte Teil von ihnen nach Schwerin. Sie stammen u.a. aus Bosnien, Serbien, Tschetschenien, Afghanistan oder Ghana. Das Zusammenleben gestalte sich heute ausgesprochen würdig, friedlich und verantwortungsvoll, betonen Verwaltung, Polizei, Ortsbeiräte und zahlreiche Helfer, die sich für die Flüchtlinge engagieren. Der ruhige und unaufgeregte Umgang mit dieser Herausforderung habe sich bewährt, betonte Schwerins Sozialdezernent Dieter Niesen bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Mueßer Holz. Mindestens einmal im Jahr, so Vorsitzender Georg-Christian Riedel, möchte sich das Gremium auf den neuesten Stand in Sachen Asylbewerber bringen lassen. Auch, was Straftaten, Hilfemaßnahmen und die Entwicklung der Flüchtlingszahlen anbelangt.

Arne Wurzler, Leiter des Schweriner Polizeirevieres, brachte die neuesten Zahlen aus seiner Behörde mit. Auch die sprechen eine ruhige Sprache. Lediglich vier Delikte seien rund um das WGS-Haus in der Hamburger Allee, in dem die Asylbewerber untergebracht sind, von Dezember bis jetzt verzeichnet worden: ein Streit zwischen zwei Bewohnern, eine Schwarzfahrt und ein Ladendiebstahl "in sehr kleinem Rahmen". Fälle, die für die Schweriner Beamten zum Tagesgeschäft gehören und in jedem anderen Stadtteil auch von Einheimischen begangen werden. Letzter Fall der kurzen Liste ist ein Steinwurf, der eine Scheibe im Wohnhaus getroffen hat. "Wir können nach umfangreichen Recherchen mit Gewissheit sagen, dass diese Tat nicht politisch motiviert war", erklärt Wurzler. "Es liegen rund um das Haus auch keine Anzeigen wegen Ruhestörung und dergleichen vor, es handelt sich hier also definitiv um keinen polizeilichen Schwerpunkt." Trotzdem habe die Behörde stets ein waches Auges auf das Areal, einmal im Monat treffen sich Polizei, der Betreuer der Asylbewerber, der Sicherheitsdienst des Hauses, Vertreter der Stadt, des Flüchtlingsrates und des Runden Tisch Soziales zum Erfahrungsaustausch.

Kommende Woche wird sich ein Arbeitskreis Asylbewerber gründen, berichtet Hanne Luhdo, die für den Verein "Die Platte lebt" und als Stadtteilmanagerin im Mueßer Holz unterwegs ist. "Als wir das erste Signal bekamen, dass Asylbewerber bei uns untergebracht werden, war klar, dass der Runde Tisch sie begleiten wird", sagt Luhdo. Am 17. Dezember wurden die Flüchtlinge in den Stadtteiltreff "Eiskristall" eingeladen, sie bekamen ein mehrsprachiges Begrüßungsschreiben mit allen wichtigen Adressen in der Nähe, auch Möbel und Sportkarren wurden organisiert ebenso wie Fernsehgeräte und Receiver. Auch um den Schulplatz für einen Jungen und drei fehlende Kita-Plätze für Flüchtlingskinder kümmern sich die Helfer.

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