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Bürgerverein will helfen : Flüchtlinge – Chance oder Risiko?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitsgruppe Stadtentwicklung des Vereins Pro Schwerin diskutierte aktuelles Thema

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 04:30 Uhr

Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen ist ein aktuelles Thema, das die Gesellschaft beschäftigt. „Auch der Verein Pro Schwerin will einen Beitrag zur Integration leisten“, so Vorstandsmitglied Ronald Apitz. „Wir wollen Chancen für die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben deutlich machen – dabei die Sorgen von Menschen ernst nehmen und Ängste durch Informationen und Begegnungen mit Flüchtlingen abbauen.“ Deshalb hatte die Arbeitsgemeinschaft Stadtentwicklung fachkundige Gesprächspartner eingeladen, um sich über die Situation der Flüchtlinge in Schwerin zu informieren und herauszufinden, welche Unterstützung durch Pro Schwerin geleistet werden kann.

Heiko Stroth, Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern-Buchholz, berichtete vom Prozess der Erstaufnahme. Er sagte, dass 2015 rund 4200 Flüchtlinge in Stern-Buchholz angekommen waren, versorgt und registriert wurden und auf die Kommunen verteilt worden sind. „Ohne die bis zu 250 freiwilligen Helfer wäre die Arbeit nicht zu bewältigen gewesen“, so Stroth. Inzwischen habe sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge deutlich verringert. Die Registrierung, die medizinische Betreuung und die Versorgung laufen unproblematisch.

Über die Aufgaben der Stadt sprach Dezernent Andreas Ruhl. Die etwa 800 Schwerin bisher zugewiesenen Flüchtlinge konnten insbesondere in Neu Zippendorf und im Mueßer Holz problemlos untergebracht werden. „Ich bin stolz auf die Schweriner, dass sie die Angekommenen so offen und freundlich empfangen“, sagte Ruhl. Dennoch stehe Schwerin vor einer großen Herausforderung, damit Integration gelingen kann. So seien Sprachangebote, die Kinderbetreuung, die Sicherstellung von Beschulung und die Betreuung unbegleiteter Jugendlicher die größten Aufgaben für die Landeshauptstadt.

Peter Todt von der IHK sieht Chancen für die Wirtschaft, wenn Flüchtlinge gut in die Unternehmen integriert werden können. Das A und O sei jedoch das Beherrschen der deutschen Sprache. „Die Integration der Flüchtlinge in die Wirtschaft ist ein länger dauernder Prozess, der eine große Chance für die Wirtschaft ist, den Fachkräftemangel zu kompensieren“, so Todt.

Nach der Diskussion waren sich die Pro Schweriner einig, dass auch in Schwerin Flüchtlinge willkommen sind. Die damit verbundenen Herausforderungen seien nur durch das Miteinander von Verwaltung und Ehrenamt zu bewältigen. Der Verein Pro Schwerin wird sich intensiver mit der Problematik in der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung beschäftigen und die Verwaltung als Bürgerverein unterstützen.

Mit einem Bürgerfest möchte Pro Schwerin einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen beisteuern. „Die Vereinsmitglieder sind sich einig, dass das gegenseitige Kennenlernen und Gespräche mit den betroffenen Menschen, den Bürgern Schwerins, Sorgen und Ängste nehmen können“, sagt Stephan Hill, Sprecher der Arbeitsgruppe. „Bei dem Bürgerfest wollen wir aber auch in friedlicher und freundlicher Atmosphäre entspannte Stunden genießen.“


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