Großbrand in Rampe : Flohmarkt brennt nieder

Nach dem Brand ist nichts mehr übrig von den gesammelten  Tassen, Tellern, Puppen, Möbeln und all den anderen Dingen.
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Nach dem Brand ist nichts mehr übrig von den gesammelten Tassen, Tellern, Puppen, Möbeln und all den anderen Dingen.

Acht Jahre Sammelleidenschaft und mehr als fünf Millionen Artikel sind binnen weniger Stunden verpufft – Räumungsverkauf geplant

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23. August 2015, 21:00 Uhr

Die Rauchschwaden waren kilometerweit zu sehen. Am Sonnabendmittag ging die Flohmarkthalle in Rampe blitzschnell in Flammen auf. Zehn Feuerwehren aus dem gesamten Crivitzer Amtsbereich waren im Einsatz. 82 Brandschützer waren ausgerückt, um gegen die meterhohen Flammen zu kämpfen. Erst nach gut drei Stunden war das Feuer gebannt.

Doch auch dann waren nicht alle Glutnester in der 50 Meter langen, 15 Meter breiten und 7 Meter hohen Halle gelöscht. „Durch die verwinkelten Ecken ist es nicht einfach für die Kameraden, jeden Bereich zu erreichen. Besonders schwer ist es im oberen linken Teil der Halle“, sagt Amtswehrführer Ingo Schmidt. Dort loderten die Flammen mehr als zwei Stunden.



100 000 Bücher hatte Flemming Jakobsen in den vergangenen acht Jahren gesammelt und dort in einer Art Bibliothek aufgereiht. Eine schmale Treppe diente als Zugang, doch die war durch das Feuer zerstört. „Der Bereich ist für die Einsatzkräfte nicht zu erreichen. Wir versuchen, es über die Dachseite zu löschen“, sagt Schmidt.

Aber nicht nur das war problematisch. „Wir können momentan nicht ausschließen, dass sich noch jemand in dem Teil des Gebäudes befindet, denn das Feuer brach während der Öffnungszeiten aus“, erklärte der Amtswehrführer. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Markus Eichwitz und Kreiswehrführer Manfred Jedzik von der Freiwilligen Feuerwehr Leezen organisierte er den reibungslosen Ablauf. „Es ist schon viele Jahre her, dass so viele Wehren an einem Einsatz beteiligt waren. Da ist Abstimmung alles“, betont Ingo Schmidt.

Denn nicht nur das Gelände sei für die Wehren durch die vielen Flohmarktutensilien und verschiedenen Verkaufsbüdchen schwer zugänglich, auch die Wasserversorgung stellte kurzzeitig ein Problem da. Es wurde eine Leitung bis zum See gelegt. Denn auf den Hydranten war zu wenig Druck. Doch ein Telefonat mit dem Zweckverband brachte schnell Hilfe.

Für den Großteil der gesammelten Sachen von Flemming Jakobsen kam allerdings jede Hilfe zu spät. „Es ist eine Tragödie. Tausende Gläser, Teller, Töpfe – alles Schutt und Asche“, sagt der Flohmarktbetreiber. Besonders traurig ist er über die verlorene Kaffeekannensammlung. „Es waren 1748 Stück“, sagt er und dicke Tränen kullern über seine Wangen. Wie es jetzt weitergeht? Jakobsen weiß es nicht. Doch Hallenbesitzer Thomas Düring denkt pragmatisch: „Die Halle muss abgerissen werden und dafür brauchen wir Platz. Ab Dienstag werden wir mit dem Räumungsverkauf beginnen, denn alles ist ja zum Glück nicht verbrannt“, erklärt er.

Derzeit wird der Schaden auf rund 500 000 Euro geschätzt. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Heute werde sich ein Brandursachenermittler die Halle anschauen.

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