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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. September 2017 | 17:15 Uhr

Uferfest : Fleißige Handwerker in Rampe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beim Uferfest am 24. Mai geben die Beschäftigten der Ramper Werkstätten Einblicke in ihre Arbeit. Korinna Hraba stellt die Töpferkurse vor.

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Korinna Hraba hat sich einen Klumpen Ton auf die Töpferscheibe gelegt. Als sich die Scheibe langsam zu drehen beginnt, legt sie ihre Hände um die Tonmasse. Und ganz langsam nimmt der unförmige Klumpen Gestalt an: Eine Art Schale wird erkennbar. Die 23-Jährige schaut kurz auf und wieder auf ihr kleines Kunstwerk: Sie lächelt.

Das Töpfern gehört zu den jüngsten Angeboten für die Behinderten in den Ramper Werkstätten. Eine von ihnen ist Korinna Hraba. „Seit Anfang des Jahres töpfern wir. Den Umgang mit der Töpferscheibe haben zunächst alle 16 Behinderte aus dem Kreativbereich geübt. Dazu hatten wir und eine Fachfrau eingeladen“, erzählt Angelika Kliesch, Gruppenleiterin der Werkstätten. Das war Anette Schattauer aus Wittenförden. Die Meisterin des Töpferhandwerks gab hier mehrere Stunden Unterricht, machte die Ramper mit dem Abc des Drehens an der Töpferscheibe bekannt. „Schon dabei merke man“, so Angelika Kliesch, „wem die Arbeit liegt und wer sich damit schwer tut“. Korinna Hraba mag das Töpfern. „Mir macht das Spaß. Ich habe mich schon früher in der Schulzeit damit beschäftigt“, erzählt die junge Schwerinerin. Und so sitzen Korinna Hraba und Angelika Kliesch abwechselnd an der Töpferscheibe. Denn auch die Gruppenleiterin muss sich mit dem Kunsthandwerk intensiver befassen. „Wir müssen üben, immer wieder üben“, so Angelika Kliesch. Dennoch: Das, was die beiden Frauen bislang hergestellt haben, kann sich sehen lassen. Es sind Gefäße für Bienenwachskerzen und Tonblümchen in bunten Farben.

Diese und weitere Produkte aus Ton wie die kleinen Bausteine stellen die Ramper Werkstätten zum Uferfest am 24. Mai vor. Und weil das diesjährige Motto „Wer will fleißige Handwerker sehn?“ heißt, dreht sich vieles um das Kunsthandwerk. Angelika Kliesch: „Die Beschäftigten werden einen Einblick ihrer Arbeit geben. Dazu gehört neben Töpfern das Spinnen am Spinnrad, das Färben von Wolle und das Weben. An einer Schnitzbank wird gezeigt, wie die Rinde von dünnen Holzstämmen abgezogen wird. Allerdings ist einiges nur möglich, wenn das Wetter auch mitspielt.“ Denn einen Webstuhl zum Beispiel könne man nicht bei Regen betreiben.

Wer einen Eindruck von dem bekommen will, was die Beschäftigten in den Werkstätten alles herstellen, kann sich das beim Uferfest des
Diakoniewerks „Neues Ufer“ an Ort und Stelle anschauen. Die Werkstatttüren stehen offen, auch wenn dann nicht gearbeitet wird, denn die Beschäftigten gestalten das Fest im Freien mit.

Auf dem Festgelände werden zwischen den einzelnen Ständen immer mal wieder die so genannten Ramper Papp-Köppe auftauchen. Gefertigt wurden sie – wie sollte es anders sein – in den Werkstätten des Diakoniewerks. „Mit den Papp-Köppen stellen wir verschiedene Zunftzeichen des Handwerks vor“, erklärt Angelika Wehnes-Stüve, unter deren Regie diese kleinen Kunstwerke entstanden sind. Die Buchbindemeisterin demonstriert beim Fest am nächsten Sonnabend auch das Papierschöpfen.

Das Ramper Uferfest am 24. Mai findet von 11 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Diakoniewerkes statt. Dem Motto der Veranstaltung Rechnung tragend werden sich auch Handwerker der Region vorstellen. Mit dabei sind zum Beispiel Bäcker, Schmied, Holzgestalter, Imker, Keramiker, Töpfer, Korb- und Stuhlflechter, Seiler, Glasgraveur und Gerber.

 

 

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