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18. November 2017 | 07:44 Uhr

Schwerin : Fledermaus bezirzt nur 15 000 Gäste

vom

Die Schlossfestspiele des Mecklenburgischen Staatstheaters erhalten viel Lob für gelungene Inszenierung, doch der Kartenverkauf bleibt wegen schlechten Wetters und hohen Preisen unter den Erwartungen.

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 08:23 Uhr

Altstadt | Die Schlossfestspiele des Mecklenburgischen Staatstheaters sind mit bislang rund 15 000 Besuchern der erwartete Höhepunkt des Schweriner Kultur- und Gartensommers. Dennoch ist Theaterintendant Joachim Kümmritz nicht ganz zufrieden: "Wir haben viel Lob für eine gelungene Inszenierung der Operette ,Die Fledermaus bekommen, doch die Zahl der Besucher ist leider etwas hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. 15 000 zur Halbzeit sind gut, aber wir hätten uns schon 2000 oder 3000 mehr gewünscht", sagt Kümmritz.

Indes offenbart sich beim Blick auf den Wirtschaftsplan des Staatstheaters für die Schlossfestspiele 2013, dass "Die Fledermaus" das angepeilte Ziel deutlich verfehlen wird. Dort nämlich sind 40 503 Besucher angesetzt, womit das Theater ein Plus von 727 000 Euro erwirtschaften wollte. Das wird, selbst wenn die verbleibenden zwölf Vorstellungen sehr gut besucht werden, nicht mehr zu erreichen sein.

Als Gründe dafür, dass die Operette nicht auf die erhofft große Publikumsresonanz stößt, führt der Intendant einen ganzen Block von Faktoren an: Da sei vor allem das kühle und regnerische Wetter zu benennen, das die meisten der bisherigen 13 Vorstellungen begleitet hatte. Außerdem seien insbesondere von den Einheimischen die Eintrittspreise als zu hoch empfunden worden. Und schließlich habe sich herausgestellt, dass die von vielen Kritikern erhobene Forderung, statt klassischer Oper lieber etwas Leichtes anzubieten, nicht vom Publikum honoriert werde. Natürlich müsse man zunächst das Endergebnis abwarten, sagt der Intendant, doch schon jetzt will er Schlussfolgerungen für das nächste Jahr ziehen. So werde das Theater 2014 wieder zu dem Konzept für die Schlossfestspiele zurückkehren, das ihm fast ein Jahrzehnt satte Gewinne beschert hatte, nämlich große Verdi-Opern zu spielen. "Nächstes Jahr gibt es ,Nabucco auf dem Alten Garten", kündigt Kümmritz an. Außerdem soll es eine stärker differenzierte Zahl von Platzgruppen, Eintrittspreisen und Ermäßigungen geben.

Dennoch ist der Intendant zuversichtlich, auch in diesem Jahr schwarze Zahlen bei den Schlossfestspielen zu schreiben, wenngleich nicht ganz so viele wie 2012, als "Der Bajazzo" fast eine halbe Million Euro Gewinn gebracht hatte. "Wir haben eine sehr unterhaltsame Inszenierung von Peter Dehler mit einem herausragenden Gast, unserem alten Freund Walter Plathe, der in wunderbarer Weise den Gerichtsdiener Frosch verkörpert", wirbt Kümmritz.

Plathe selbst ist von Schwerin und dem Theater begeistert: "Ich kann von der Bühne aus spüren, dass die Inszenierung ankommt. Die künstlerische Atmosphäre hier ist ganz ausgezeichnet, da macht es Spaß, zu spielen. Ich habe nicht nur eine Traumrolle, sondern auch die Freiräume zum Improvisieren. Das ist das Salz in der Suppe eines Schauspielers. So kann man es schaffen, das Publikum in die Tasche zu stecken und es bis zum Finale nicht mehr rauszulassen", erzählt er schmunzelnd. Die Anerkennung dafür bekomme er auch bei den Autogrammstunden zu spüren, die er nach den Nachmittagsvorstellungen sonntags gibt. Da bekomme er viele nette Sprüche und Schulterklopfen. "Und wenn ich in der Stadt unterwegs bin und auf der Straße gegrüßt werde oder mir im Restaurant zugenickt wird, dann bin ich glücklich, denn das will für Mecklenburger schließlich schon was heißen", sagt Plathe lachend.

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