Serie: Buga-Rückblick : Flanieren mit Schlossblick

Ein Schmuckstück für Schweriner und Touristen: Auf 2000 Metern vom Jägerweg bis zum Marstall entstand die Promenade.
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Ein Schmuckstück für Schweriner und Touristen: Auf 2000 Metern vom Jägerweg bis zum Marstall entstand die Promenade.

SVZ-Serie "Das hat uns die Bundesgartenschau 2009 gebracht" – heute: die neu gestaltete Promenade zwischen Klingbergplatz und Amtstraße

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22. Mai 2017, 08:00 Uhr

Den Schweriner See erlebbar machen – das war der Grundgedanke für den Bau der Schlosspromenade, das war das Versprechen, das Bundesgartenschau-Geschäftsführer den Schwerinern gegeben hatte. Im August 2008 hatten Stadt und Buga gGmbH das Versprechen eingelöst. Nur eineinhalb Jahre zuvor war mit dem Bau begonnen worden.

Genau 365 Meter lang wurde die neue Promenade am Burgsee. Nachdem zuerst die Stabilisierung des Untergrundes durch das Einsetzen von Kunststoff-Spundwänden an der Seeseite vorgenommen wurde, folgte der Unterbau für die Straße und die neue, sechs Meter breite Flaniermeile am Burgsee-Ufer mit Blick auf das Schloss.

So hat sich die Schlosspromenade verändert

 

Betonplatten und Pflastersteine bilden die breite Promenade. Auf der Seeseite gibt es eine klare Kante. Der unmittelbare Uferstreifen selbst wurde naturnah mit Rasen belegt. Außerdem wurden Bäume, Sträucher und Stauden neu gepflanzt. Und auch die von Franz-Ulrich Poppe geschaffene Wildschwein-Plastik, die 1975 aufgestellt wurde, blieb erhalten. Sie bekam allerdings einen neuen Platz an der Schlosspromenade.

 

Im September 2008 folgte dann der zweite Abschnitt der Schlosspromenade. Nach Fertigstellung des Bereiches zwischen der Einmündung Geschwister-Scholl-Straße und der Zufahrt zum Parkplatz Mecklenburgstraße war das rund 220 Meter lange Teilstück von der Graf-Schack-Allee bis zum Garten des 21. Jahrhunderts an der Reihe. Auch hier hatten die Bauleute reichlich mit dem schwierigen Baugrund in Wassernähe zu kämpfen. Zudem musste auf weiten Strecken eine 80 Zentimeter dicke Druckrohrleitung überbaut werden. Zur Sicherung des Bodengrundes im Bereich eines Überlaufs setzten sie zudem eine sieben Meter lange Stahlspundwand. Auf 120 Meter Länge verhindert jetzt eine Stützmauer, die als Sitzgelegenheit dient, ein Abrutschen des Bodengrundes.

Probleme gab es auch außerhalb der Baustelle. Der BUND wollte das Biotop schützen, das auf dem Bauschutt der 1980er-Jahre aus dem Wasser gewachsen war. Nach langem Streit durften die Gehölze zur Gartenschau zumindest ein Stück auf eine Höhe von zwei Meter heruntergeschnitten werden. Die Stadt wollte ursprünglich das Biotop verkleinern. Erst durch den Kompromiss vor Gericht im November 2006 einigten sich beide Seiten auf den Erhalt des Biotops und die Festlegung, dass einmal pro Jahr Büsche und Schilf auf zwei Meter beschnitten werden.

„Das Besondere an Schwerin ist doch nicht das Biotop hier im Burgsee, sondern die Kulturlandschaft, das Schloss, der Schlossgarten, die Stadt am Wasser“, hatte der damalige Bauminister Otto Ebnet betont. „Man muss auch mal bereit sein, im urbanen Raum etwas wieder wegzunehmen, was durch Vernachlässigung entstanden ist und nicht ins Stadtbild passt.“ Im vergangenen Herbst – nach jahrelangem Wildwuchs – wurde das Gebüsch gegenüber dem Ludwig-Bölkow-Haus auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern auf den Stock gesetzt – eine offizielle Pflegemaßnahme.

Seit ihrer Fertigstellung lädt die Schlosspromenade auf einer Länge von rund 2000 Meter vom Bertha-Klingberg-Platz bis zur Amtstraße Schweriner wie Touristen zum Flanieren ein.

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