Schwerin: Dritter Großbrand bei Schockemöhle : Flammenmeer in Stern Buchholz

Gestern Abend brannten in Stern Buchholz Teile eine Lagerhalle mit rund 1000 Strohballen nieder. Bert Schüttpelz
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Gestern Abend brannten in Stern Buchholz Teile eine Lagerhalle mit rund 1000 Strohballen nieder. Bert Schüttpelz

Weithin sichtbar schlagen Mittwoch am frühen Abend die Flammen aus der mehr als 100 Meter langen Lagerhalle auf dem Areal der ehemaligen Blücher-Kaserne in Stern Buchholz. Krachend splittert das Asbestdach.

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03. Februar 2011, 12:57 Uhr

Stern Buchholz | Weithin sichtbar schlagen gestern am frühen Abend die Flammen aus der mehr als 100 Meter langen Lagerhalle auf dem Areal der ehemaligen Blücher-Kaserne in Stern Buchholz. Krachend splittert das Asbestdach unter der Hitze des Feuers. Die bis an die Decke liegenden Strohballen geben den gierigen Flammen immer neue Nahrung. Nichts ist zu spüren vom sprichwörtlichen Strohfeuer. Ganz im Gegenteil: Es ist ein gewaltiger Brand.

Die Schweriner Berufsfeuerwehr, die kurz nach 16 Uhr alarmiert wird und gleich mit mehreren Einsatzfahrzeugen anrückt, muss sofort mehrere freiwillige Feuerwehren aus der Landeshauptstadt zu Hilfe rufen, denn gleich nebenan stehen weitere Hallen, die durch die gewaltige Hitze und den Funkenflug in Brand geraten könnten. Die Freiwillige Feuerwehr Schlossgarten rückt mit drei Fahrzeugen an, die Wüstmarker Kameraden eilen mit einer Einsatzgruppe zu Hilfe. Brandober inspektor Detlef Wöllmer gibt per Funk Anweisungen, dirigiert den Einsatz der Kräfte und Mittel. Das Löschwasser schießt aus einem Dutzend C-Rohren in die Flammen. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Feuer wehrleute suchen im Qualm, ob Menschen oder Tiere in Gefahr sind, finden glücklicherweise aber keine Verletzten. Parallel werden weitere Schlauchverbindungen zu den umliegenden Hydranten verlegt. Aus den noch nicht brennenden Teilen der Halle bergen Arbeiter mit Radladern Strohballen, damit das Feuer nicht weiter überspringt.

"Wir wollen den Brand innerhalb des Mittelteils der mehr als 100 Meter langen und 20 Meter breiten Halle fesseln, in dem er ausgebrochen ist", sagt Brandoberinspektor Wöllmer. "Es muss uns gelingen, das Feuer zwischen den Brandschutzwänden einzukesseln, damit nicht das ganze Gebäude in Brand gerät", erläutert der Einsatzleiter.

Dank des rechtzeitigen und massiven Einsatzes der Feuerwehren gelingt das. Der Brand ist gegen 17.30 Uhr unter Kontrolle, wenngleich die Flammen weiter aus dem rund 50 Meter langen Mittelstück des Gebäudes schlagen. "Wir werden ihn in den nächsten Stunden ablöschen, aber das dauert", sagt Wöllmer.

Am Brandherd sind aber nicht nur die Feuerwehrleute, auch die Polizei ist mit mehreren Beamten vor Ort, darunter auch die Kripo. Denn die Lagerhalle hat Paul Schockemöhle angemietet. In mehreren Gebäuden des erfolgreichen Springreiters und Unternehmers waren in den vergangenen Wochen Brände ausgebrochen, so erst vor 14 Tagen, am 18. Januar, auf dem Gelände des Lewitz-Gestüts in Neustadt-Glewe. "Oh, schon wieder Schockemöhle", sagt nicht nur Feuerwehrexperte Gerhard Linau.

Viele Schaulustige stellen Mutmaßungen über Brandstiftung an. "Uns liegen noch keinerlei Erkenntnisse zur Brandursache vor", betont Polizeikommissar Ronald Niemeyer vom Schweriner Revier. Er steht in Kontakt mit seinen Kollegen von der Kripo, die schon sehr früh am Einsatzort waren. Denn Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen.

In den vergangenen sechs Monaten hatten in der Region vielfach Strohmieten in Brand gestanden, allein in Gol denstädt brannte es vier Mal innerhalb eines halben Jahres, letztmalig am 24. Januar dieses Jahres. In dem Lewitzdorf hatten die Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebes das Feuer aber früh bemerkt, örtliche Feuerwehren konnten es noch in der Entstehungsphase löschen. Aber Spuren belegten: Das war Brandstiftung.

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