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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 05:13 Uhr

Schwerin : Flamm Aerotec auf Expansionskurs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Luftfahrtzulieferer hat neue Kunden bekommen: Hallenvergrößerung und rund 70 Neueinstellungen für 2016 geplant

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2014 | 23:24 Uhr

Frieder Flamm ist in einem Alter, in dem die meisten Menschen ihren Ruhestand genießen. Ja, etwas kürzer, sagt er, sei er mit seinen 75 Jahren schon getreten, aber wenn wichtige Entscheidungen im Unternehmen anstehen, dann ist der Firmengründer mit dabei.

Im Schweriner Flamm- Aerotec-Werk stehen wichtige Entscheidungen an, und wenn sich dann auch noch Minister-Besuch ankündigt, dann setzt sich Frieder Flamm ins Flugzeug, um von Aachen aus zum – wie er sagt – wichtigsten Standort der Flamm-Gruppe nach Schwerin zu reisen. „Der Standort hier zeichnet sich durch seine gute Anbindung zu den Nordwerken von Airbus und Premium Aerotec in Hamburg und Nordenham aus“, hebt Frieder Flamm hervor.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe ist gekommen, schaut sich den Betrieb an. „Ein Top-Ausbildungsbetrieb“, sagt er. Das Thema Ausbildung treibt den Minister um. Viel zu viele freie Lehrstellen im Land, viel zu wenig Bewerber. Aber bei Flamm Aerotec gibt es keine Nachwuchssorgen. „Wir haben acht Auszubildende, alle Lehrstellen besetzt und schon die Azubis für das kommende Lehrjahr ausgesucht“, sagt Ausbildungsbeauftragter Alf Bestek.

Die Flamm Aerotec GmbH ist anerkannter Bauteil- und Baugruppenlieferant der nationalen und internationalen Luftfahrtzulieferindustrie. 2004 wurde das Werk in den Göhrener Tannen gebaut, im Februar/März darauf die volle Produktion mit 115 Mitarbeitern aufgenommen.

In der großen Fertigungshalle wird in den vier Bereichen Umformtechnik, Zerspanung, Baugruppenmonatage und Oberflächentechnik gearbeitet, teilweise im Mehrschichtensystem. Mittlerweile ist die Belegschaft auf 280 Mitarbeiter angewachsen, die zuletzt einen Umsatz von 43,4 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Doch die Zahl der Angestellten soll sich bald weiter erhöhen. „Wir haben neue Aufträge bekommen“, sagt Geschäftsführer Lothar Brecht. Unter anderem sei das Know-how aus Mecklenburg auch erstmals einem Kunden aus China wichtig. Der Standort Schwerin soll erweitert werden, die Belegschaft auf 350 Mitarbeiter im übernächsten Jahr anwachsen. Auch die Zahl der Auszubildenden soll angehoben werden. 2016 soll zudem eine Hallenerweiterung abgeschlossen sein. „Derzeit haben wir 10 000 Quadratmeter, 4000 bis 5000 weitere sollen dazukommen“, sagt Flamm.

Noch ein paar Gespräche, noch den Minister verabschieden, noch ein paar Sachen klären – Frieder Flamms Intermezzo in Schwerin geht zu Ende. Um 17 Uhr ist Boardingtime, dann geht es zurück nach Nordrhein-Westfalen. Doch ein nächster Werksbesuch wird wohl nicht lange auf sich warten lassen, denn die Flamm-Gruppe unterhält neben Schwerin und Aachen noch Standorte in Nauen, Henningsdorf, Laage, Berlin und in Çerkezköy. Çerkezköy, das liegt in der Türkei, gehört als Industriestandort aber nicht zu den beliebten Touristenzielen – und wenn Chef Flamm dorthin reist, dann will er bestimmt nicht seinen Ruhestand genießen, sondern wichtige Entscheidungen treffen.

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