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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 18:53 Uhr

Großbrand in Schwerin : Fitness-Studio brennt nieder

vom

Bei einem Großbrand in einem Schweriner Gewerbegebiet wird ein Feuerwehrmann verletzt. War ein Defekt am Stromkasten die Ursache des Feuers?

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2016 | 10:20 Uhr

Großeinsatz der Feuerwehr am Montag in Lankow: Um kurz nach 9 Uhr steht ein riesiger Gebäudekomplex im Ziegeleiweg in Flammen. Gleich vier Feuerwehren der Landeshauptstadt werden alarmiert. „Wir sind hier mit 60 Leuten im Einsatz“, sagt Dr. Stephan Jakobi, Leiter der Feuerwehr. Immer wieder steigen dicke schwarze Rauchsäulen in den Himmel. Das komme von den Bitumenbahnen, die auf dem Dach verlegt seien, erklärt Jakobi. Dort frisst sich das Feuer Stück für Stück vorwärts. Doch nicht der beißende Rauch sei das Problem, sondern die Fotovoltaikanlage, die auf dem Dach montiert ist, so der Feuerwehrchef. „Die einzelnen Module stehen unter Strom“, sagt Jakobi. Deshalb können die Einsatzkräfte auch nicht direkt gegen das Feuer vorrücken, sondern nur über Drehleitern. Die Stadtwerke haben die Verbindung der Solaranlage zum Stromnetz gekappt, die Stromversorgung ist für die Lankower gesichert.

In dem Gebäudekomplex befinden sich mehrere Firmen, unter anderem ein Fitness-Studio und eine Werbeagentur. Aber auch Privatpersonen haben sich dort eingemietet. Einer von ihnen ist Reinhard Schönfeldt. Der Schornsteinfegermeister sei sofort von der Arbeit nach Lankow geeilt, als er von dem Feuer erfahren habe, sagt er. Mitarbeiter von Firmen und andere Mieter haben da schon begonnen, alles aus den Garagen und Räumen herauszuholen, was noch zu retten ist. „Jeder hilft hier jedem. Es gibt eine unheimliche Solidarität“, sagt einer der Männer. Eine Frau schleppt zwei Kisten mit Wasser heran, zur Erfrischung der Helfer.

Gegen Mittag durchbricht das Feuer eine Feuerschutzwand, springt vom vorderen in den mittleren Teil des Gebäudes über. Stephan Jakobi fordert eine dritte Drehleiter an. Die Feuerwehr Gadebusch hilft. Er setzt jetzt auch die beiden Wehren ein, die bisher in Bereitschaft gestanden haben. „Die Einsatzkräfte müssen abgelöst werden“, erklärt Jakobi. Die Löscharbeiten dauern bis gegen 18 Uhr an. Zwei Feuerwehrmänner erleiden Schwächeanfälle, wurden untersucht, seien aber schon wieder zu Hause, berichtet der Einsatzleiter.

Vermutlich ist das Feuer von einem Defekt an einem Stromkasten ausgegangen. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

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