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Pfaffenteich Schwerin : Fischen wird der Weg frei gemacht

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Wehr am Pfaffenteich muss abgebaut werden, um Fischen den Aufstieg in den Pfaffenteich und den Aubach zu ermöglichen

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erstellt am 23.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Freies Schwimmen für freie Fische. Nach der so genannten Wasserrahmenrichtlinie der EU muss bis zum Jahr 2027 gewährleistet sein, dass Fische vom Ziegelsee in den Pfaffenteich und von dort in den Aubach gelangen können. Das bedeutet: Das Wehr am Nordufer des Pfaffenteiches muss weg. Die „Durchgängigkeit für Fische“, so die offizielle Bezeichnung, muss gewährleistet sein.

„Wir befinden uns derzeit in der konzeptionellen Phase“, sagt der Geschäftsführer des zuständigen Wasser- und Bodenverbandes Mark Sierks. „Das ist sozusagen die Machbarkeitsstudie.“ Mehrere Varianten, wie eine solche „Fischaufstiegsanlage“ aussehen könnte, liegen bereits vor. „Wir wollen eine möglichst naturnahe Einrichtung.“ Dazu gehört auch, dass sichergestellt wird, dass die Fische den Einstieg vom Ziegelinnensee her finden. „Dazu müssen wir eine Lockströmung erzeugen“, sagt Sierks. „Bestimmte Fischarten schwimmen immer gegen den Strom, um ihre Laichplätze zu erreichen.“

Es geht beim Pfaffenteich aber nicht nur um gute Wege für Fische. Das Gewässer erfordert einen sehr „präzisen Wasserstand“, sagt Mark Sierks. Da ist der Hochwasserschutz ebenso zu beachten wie der Denkmalschutz. Und die Häuser rings um den Pfaffenteich müssen standsicher bleiben und dürfen auch keine nassen Keller bekommen.

Wie die Anlage genau aussehen wird, steht noch nicht fest. „Was bisher auf dem Tisch liegt, ist von den Kosten und vom Platzbedarf sehr unterschiedlich“, sagt der Geschäftsführer. Und die Stadt wird ein gewichtiges Wort mitreden. Denn der Wasser- und Bodenverband übernimmt nur Regieleistungen. Die Finanzierung muss die Landeshauptstadt sicherstellen. Und selbst bei einer in Aussicht gestellten 90-prozentigen Förderung, wird bei der Stadt eine erhebliche Summe hängenbleiben. Sierks rechnet auf jeden Fall mit Baukosten „im oberen sechsstelligen Bereich“.

Wann gebaut wird, steht noch nicht fest. Wenn Mark Sierks Wünsche äußern dürfte, würde im kommenden Jahr geplant werden. 2019 läge dann „Baureife“ vor. Um dann aber tatsächlich bauen zu können, müsste die Stadt über die Fördermittel verhandeln und den Eigenanteil in den Haushalt einstellen. Das dürfte schwierig werden, denn es muss ohnehin weiter gespart und gestrichen werden. Das verlangt der Innenminister. Denn von einem ausgeglichenen Etat ist die Stadt noch weit entfernt.

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