zur Navigation springen

Unternehmer fühlen sich allein gelassen : Firmenchefs in Schwerin-Süd fordern Hilfe ein

vom

Die Unternehmer aus dem Schweriner Gewerbegebiet sind sauer: Seitdem die Stadt aus Sparzwängen um 22 Uhr die Straßenbeleuchtung ausschaltet, hat die Zahl der Einbrüche in Geschäftshäuser und Ladenlokale zugenommen.

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 05:47 Uhr

Wüstmark | Die Probleme der Unternehmer im Gewerbegebiet Babenkoppel sind seit Jahren akut, und eine Lösung ist nicht in Sicht. Denn auch beim jüngsten Forum des Unternehmerverbandes Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin erhielten die Firmenchefs von Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff und Wirtschaftsamtsleiter Bernd Nottebaum keine für sie befriedigenden Antworten. Die Datenverbindung DSL sei äußerst langsam, beklagen die Unternehmer. Der für 2013 geplante Neubau der Brücke Rudolf-Diesel-Straße schneide das gesamte Gewerbegebiet von Kundenströmen ab, wenn es nicht eine Behelfsbrücke gäbe. Und das Fatalste, so die Firmenchefs: Wenn täglich um 22 Uhr das gesamte Licht im Gewerbegebiet abgeschaltet werde, sei das wie eine Einladung an Einbrecher.

Fast alle Unternehmer im Gewerbegebiet Babenkoppel hätten Schäden zu beklagen. Allein die Autohändler sprechen von einer Summe von rund 70 000 Euro allein in diesem Jahr. "Unsere Firmen sind nicht mehr sicher", beklagten die Gewerbetreibenden. "Es kann nicht sein, dass wir von der Stadt so vernachlässigt werden", brachte Unternehmerin Hannelore Glagla die Meinung ihrer Nachbarn auf den Punkt. Sie war 1992 die erste gewesen, die sich in dem insgesamt 140 Hektar großen Gewerbegebiet angesiedelt hat.

Die Forderung der Unternehmer: Stadt und Land müssten gemeinsam mit ihnen nach einer Lösung suchen. Denn die Abschaltung der Straßenbeleuchtung ist dem vom Innenministerium geforderten Sparzwang der Landeshauptstadt geschuldet, machte Wirtschaftsförderer Bernd Nottebaum klar. Straßenlicht sei eine freiwillige Leistung, da werde zuerst gestrichen. Da sich die Finanzsituation der Stadt nicht verbessere, würde sich auch an der nächtlichen Abschaltung des Straßenlichts nichts ändern.

Für eine bessere Internetanbindung wollen Wirtschaftsförderung und Unternehmerverband jetzt noch einmal alle Firmenchefs in Süd befragen, wie groß der Bedarf ist. Dann soll es erneut einen gemeinsamen Vorstoß geben. Das Problem: Die Telekom-Lösung weise Nottebaum zufolge eine Deckungslücke von 90 000 Euro für das Gewerbegebiet Babenkoppel auf - zu viel für die klamme Stadtkasse. Individuelle Insellösungen, beispielsweise über Planet oder Wemacom, müssten die Unternehmer komplett allein bezahlen. Sie seien aber unter ganz anderen Vorbedingungen von der Stadt ins Gewerbegebiet gelockt worden, als jetzt alle Probleme selbst aus dem Weg räumen zu müssen, beklagten viele der Firmenchefs. Hier sei zuerst die Stadt gefordert, die schließlich auch pünktlich die Gewerbesteuer einziehe.

Beim dritten Problem, einem erst drohenden, winkt Baudezernent Frieders dorff aber bereits jetzt ab: Für die Zeit des Neubaus der maroden Brücke Rudolf-Diesel-Straße werde es keine Behelfsbrücke geben. Wer dann - voraussichtlich 2013 - die Babenkoppel erreichen möchte, muss über den Fährweg oder über die Carl-von-Linde-Straße zur Rudolf-Diesel-Straße fahren. Unternehmer, die - wie beispielsweise die Hannelore Glagla Büro-Organisation GmbH, die Kabs Polsterwelt oder Prinz-Technik - auf tägliche Kundenströme angewiesen seien, bekämen dadurch von der Stadt einen Standortnachteil präsentiert, beklagte Unternehmerin Glagla. Doch Friedersdorff und Nottebaum machten deutlich: Der Abriss der alten Brücke sei unumgänglich.

Eine positive Nachricht erhielten die Gewerbetreibenden in Süd dann aber doch noch: Die Probleme mit dem Winterdienst aus dem vergangenen Jahr soll es in diesem Winter nicht mehr geben. Laut Nottebaum werde die Rudolf-Diesel-Straße von 5.30 Uhr an vom Schnee beräumt, die Nebenstraßen folgten anschließend. Der Wirtschaftsförderer betonte aber auch, dass für die Reinigung der Parkplätze entlang der Straße und der Gehwege die Unternehmer selbst verantwortlich seien.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen