Kultfigur : Filz-Netzer vor Konkurs gerettet

Der Günter Netzer aus Filz machte sie deutschlandweit bekannt: Wollgestalterin Margit Gubin freut sich über das Interesse, das ihre Plastik des Fußballers noch immer findet.
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Der Günter Netzer aus Filz machte sie deutschlandweit bekannt: Wollgestalterin Margit Gubin freut sich über das Interesse, das ihre Plastik des Fußballers noch immer findet.

Margit Gubin holte ihre berühmteste Puppe, die sie für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt hatte, wieder ins heimische Atelier

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10. Dezember 2014, 16:50 Uhr

Nun sitzt er wieder auf einem Regalbrett im Atelier in der Franz-Mehring-Straße 38, tipptopp mit Anzug und Krawatte: der Filz-Netzer. Mit der Kuschel-Ausgabe des legendären Fußballers und Kommentators war die Schweriner Wollgestalterin Margit Gubin im Jahr 2008 deutschlandweit bekannt geworden. Für einen guten Zweck wurde die Figur später verlost, doch der Gewinner gab den Mini-Netzer wieder zurück. Gubin rettete ihn schließlich aus einer Art Konkursmasse.

„Mein Mann und mein Sohn sind große Fußball-Fans“, erzählt Margit Gubin. So sei die Idee für die Netzer-Puppe entstanden. „Das markante Gesicht von Günter Netzer hat mich gereizt“, sagt die Schwerinerin. Eine Woche habe sie an der Figur aus Nadelfilz gearbeitet. „Mein Bruder hat dann einfach im Büro von Netzers Co-Moderator Gerhard Delling angerufen und von der Puppe berichtet.“

Und die Fernsehleute sprangen auch sofort auf den Zug auf, ließen den Woll-Netzer von einem Kurier abholen und nach München bringen. Tatsächlich schaffte es das Kunstwerk von Margit Gubin bei der Europameisterschaft 2008 sogar bis ins Fernsehstudio. „Es ist wunderschön, ich freue mich wahnsinnig darüber, vielen, vielen Dank“, sagte der echte Netzer vor laufender Kamera. Der Filz-Netzer sei nicht nur wunderschön, sondern auch viel verträglicher, scherzte Kollege Delling gut gelaunt.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meiner Puppe eine so große Aufmerksamkeit erziele“, betont Margit Gubin. Bis heute erhalte sie E-Mails, in denen sie nach der Figur gefragt werde. Ursprünglich habe Günter Netzer wohl gedacht, er bekomme die Figur geschenkt, so die Schwerinerin. „Aber ich wollte meinen Netzer lieber für einen guten Zweck zur Verfügung stellen.“

So nahm Gubin denn auch Kontakt zu einem Verein auf, der in Schwerin ein Kinderhospiz eröffnen wollte. „Zunächst hatten wir vor, die Puppe zu versteigern, dann wurde sie aber unter Leuten verlost, die den Verein mit einer Spende unterstützt haben.“ Der glückliche Gewinner sei aber offenbar kein Fußball-Fan gewesen, habe die Figur wieder an den Verein zurückgegeben, so Gubin. „Bei einem Besuch fand ich meinen Netzer achtlos in einem Karton liegend, da habe ich ihn zur Reparatur mit ins Atelier genommen.“ Mittlerweile sei auch der Verein selbst Geschichte.

Die Zukunft des Woll-Netzers sei durchaus offen, sagt seine Schöpferin. „Vielleicht stelle ich ihn noch einmal für einen guten Zweck zur Verfügung.“ Wer sich die Puppe einmal aus der Nähe ansehen möchte, der kann vom 18. bis 21. Dezember, jeweils von 11 bis 20 Uhr, zum Weihnachtsmarkt in das Atelier von Margit Gubin kommen. Bei dieser Gelegenheit dürfen die Gäste dann auch noch einen Blick auf eine andere Puppe werfen: den Filz-Delling.

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