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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 18:11 Uhr

Ehrung : Filmemacher wurde in Crivitz heimisch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dieter Schumann lebt in Basthorst: Stadt würdigt Arbeit des Regisseurs

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 23:11 Uhr

Mit „Flüstern und Schreien“, dem Dokumentarfilm über DDR-Rockbands Ende der 1980er-Jahre, machte Dieter Schumann sich einen Namen. Den kennen seitdem auch viele Crivitzer. Und das Gesicht auch. Aber dass beides zusammengehört, wussten bislang nur wenige. Dabei lebt Dieter Schumann schon seit mehr als 20 Jahren in Basthort. Seine Filmmanufaktur hat dort ihren Sitz. Schumann arbeitet als Autor, Regisseur und Produzent für Funk und Fernsehen. Die Kurzfilme „Mecklenburger Profile“, „Wadans Welt“ und „Tanz des Lebens“ gehören zu seinen bekannten Werken, die seitdem entstanden sind.

„Eigentlich sind wir nach Basthorst gezogen, um in der hier herrschenden Ruhe und Abgeschiedenheit Kraft für die Arbeit zu tanken“, blickt Schumann zurück. Denn der gebürtige Ludwigsluster gehörte zu den Gründern des Film-Vereins Mecklenburg-Vorpommern, war der erster Leiter des Landesfilmzentrums Schwerin, half, nach der Wende die Filmkunst in Mecklenburg-Vorpommern zu etablieren. Doch inzwischen sind 21 Jahre vergangen. Die Kinder sind in Basthorst und Crivitz groß geworden, ein Heimatgefühl hat sich eingestellt, wie der 61-Jährige erzählt. Und zugleich stellt der Filmemacher fest, dass sich das auch in seinem Schaffen widerspiegelt: Gesichter aus dem Land, unzählige Bilder von der Ostseeküste und der Seenlandschaft hielt er fest. „Was bedeutet Heimat in Zeiten der Globalisierung? Das ist für mich eine ganz spannende Frage“, sagt Schumann und verrät damit eine Antriebsfeder für sein Schaffen.

Im vorigen Jahr erhielt Dieter Schumann den Landeskulturpreis. Jetzt kam eine weitere Auszeichnung hinzu: Der Basthorster durfte sich in das Ehrenbuch der Stadt Crivitz eintragen. „Dabei habe ich direkt in Crivitz noch gar keinen Film gemacht“, stellt Schumann fest. Erste Aufnahmen für eine Dokumentation über das Krankenhaus wurden zwar mal gedreht. Doch ein Film wurde nie daraus. „Aber das kann ja noch werden“, sagt er schmunzelnd.

Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm hob in ihrer Laudatio hervor, wie wichtig es für Crivitz ist, solch einen kreativen, zeitgenössischen Künstler in der Stadt zu haben. Und damit steht sie nicht allein: Gleich nach der Auszeichnung gab es die Anfrage aus der Kirchengemeinde, gemeinsam für Kinder und Jugendliche ein Filmprojekt anzuschieben.

Wichtig ist Schumann aber auch, dass die in Filmen festgehaltene Geschichte des Landes erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich bleibt. „Ein Museum, in dem diese Filme auch gezeigt werden – das wäre toll.“ Um diese Idee wahr werden zu lassen, will Dieter Schumann als nächstes Mitstreiter um sich scharren und vielleicht schon bald den nächsten Verein mitgründen...

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