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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 06:11 Uhr

Bülow : Feuerwehr schlägt Alarm

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeinde will stark beschädigtes Gerätehaus reparieren lassen – darf aber nicht frei über ihr gespartes Geld bestimmen

Bülows Bürgermeister Klaus Aurich hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die beiden Einsatzfahrzeuge der Gemeindefeuerwehr und die freiwilligen Helfer noch in diesem Jahr ein neues und vor allem sicheres Dach über den Kopf bekommen. „Diese Reparatur am einstigen LPG-Werkstattgebäude in Prestin ist längst überfällig“, unterstreicht das Gemeindeoberhaupt. Doch die Kassenlage der Kommune ist schlecht. Bülow greift in die Rücklage, um die laufenden Ausgaben zu decken. Dabei ist das Ersparte eigentlich dafür da, um zu investieren. „Und genau das wollen und müssen wir am Gerätehaus tun“, sagt Aurich. Die geschätzten 93.000 Euro für die Notsanierung sind auch da. Die Gemeindevertreter haben dieses seit Jahren wichtigste Vorhaben Ende März beschlossen und in den Haushalt eingestellt. Bis heute liegt aber kein grünes Licht aus der Parchimer Kreisverwaltung vor. Das ist aber wegen der chronisch schlechten Kassenlage von Bülow notwendig. „Stattdessen wurden wir aufgefordert, zu prüfen, ob die Reparatur überhaupt nötig sei“, berichtet Aurich. Nicht nur beim Bürgermeister kommt inzwischen der Verdacht auf, dass die Gemeindefeuerwehr auf diese Art und Weise platt gemacht werden soll. „Dabei gehört der Brandschutz zu den Pflichtaufgaben jeder Gemeinde“, betont Aurich. Dass die Bülower für die Erneuerung ihres Gerätehauses finanzielle Hilfe bekommen, damit rechnen die Gemeindevertreter nicht mehr. Der Landkreis unterstützt diese kleinen Feuerwehren nicht mit Fördermitteln. „In der Förderrichtlinie für die Wehren sind nur die gelistet, die als Stütz- oder Schwerpunktwehr geführt werden. Das erfüllt die Wehr in Prestin nicht und kann somit auch nicht gefördert werden“, erklärte Kreissprecherin Susann Koch auf Nachfrage der SVZ.

„Aber für die Absicherung in unseren Dörfern ist die Wehr dennoch unbedingt notwendig“, betont Aurich. Das haben auch die Fachleute aus Ordnungsamt und Feuerwehren nochmals als bestätigt. Hinzu kommt, dass die Bülower keine Luxussanierung wollen. Die ersten Schätzungen und Projektvorschläge wiesen 500  000 Euro für das Gerätehaus aus. „Wir haben alles zusammengestrichen, bis jetzt nur die unbedingt notwendigen Arbeiten übrig geblieben sind“, erläutert Klaus Aurich. Dabei sind ein neuer Dachstuhl sowie ein neues Dach für die Feuerwehr-Hälfte des alten LPG-Baus dringend notwendig. Eine vor Jahren beschädigte Wand muss zudem neu hochgezogen werden. Wegen dieses Schadens ist auch ein Teil des Gebäudes derzeit nicht nutzbar.

Dass die Gemeinde in ihre Feuerwehr investiert, hat nicht nur diesen bautechnischen Grund. „Wir haben eine tolle, zukunftsfähige Truppe“, sagt der Bürgermeister. Derzeit sind 15 Kameraden um den Wehrführer Christian Boeck aktiv. Sie zeigten beim Amtsausscheid in Crivitz eine sehr gute Leistung – gerade beim Löschangriff. Hinzu kommen noch 14 Kinder und Jugendliche, die in der Freiwilligen Feuerwehr Bülow das Handwerk eines Brandschützers erlernen. „Da lohnt es sich zu investieren“, macht Klaus Aurich klar. Der Bürgermeister hofft darauf, dass die Gemeinde nun bald die Erlaubnis erhält, das Projekt in die Wege zu leiten. Denn Ziel ist es, noch in diesem Jahr mit der Notsanierung fertig zu werden.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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