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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 15:17 Uhr

Muesser Holz : Feuerwehr rettet 26 Menschen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Flammen im Wohnblock Keplerstraße: Bewohner müssen zur Untersuchung ins Klinikum, Kriminalisten gehen von Brandstiftung aus

von
erstellt am 15.Dez.2014 | 20:00 Uhr

Großeinsatz für die Schweriner Feuerwehr: Am späten Sonntagabend retteten die Einsatzkräfte 26 Bewohner eines brennenden Neubaublocks in der Keplerstraße.

Gegen 22.15 wird Alarm ausgelöst. Die Rettungskräfte rücken mit einem Großaufgebot an Lösch- und Rettungstechnik an, Feuerwehrleute aus dem Amtsbereich Crivitz werden vorsorglich alarmiert – als Verstärkung. „Wir waren mit etwa 60 Einsatzkräften vor Ort und haben sofort mit der Rettung der Menschen und der Bekämpfung der Flammen begonnen“, berichtet Dr. Stefan Jacobi, Chef der Schweriner Berufsfeuerwehr, der den Einsatz lenkt. „Wir sind mit zwei Trupps vorgegangen, die wegen der starken Rauchentwicklung mit Atemschutzgeräten ausgerüstet waren. Der eine kämpfte sich zum Brandherd im Keller vor und begann, den brennenden Sperrmüll zu löschen, der andere tastete sich durch das Treppenhaus nach oben“, schildert der Einsatzleiter. „Im Flur wurden oben die Fenster geöffnet und von unten mit schwerer mobiler Lüftungstechnik der Qualm aus dem Treppenhaus geblasen.“ Parallel dazu begann die Evakuierung der Hausbewohner. „Alle wurden mit Brandfluchthauben geschützt und von unseren Leuten herausgebracht“, berichtet Jacobi. „Alles lief sehr besonnen und ruhig ab, es gab keinerlei Panik bei den insgesamt 26 Hausbewohnern. „Da jedoch die zehn Erwachsenen und 16 Kinder alle mit dem Qualm in Kontakt gekommen waren, bestand die Gefahr von Rauchgasvergiftungen. Und angesichts der Vielzahl der Personen und der Kälte der Nacht entschied sich das Notarztteam, alle vorsorglich zur Untersuchung ins Klinikum zu bringen“, so Jacobi.

„Die ärztlichen Untersuchungen sind abgeschlossen, niemand wurde verletzt, aus medizinischer Sicht können alle 26 wieder das Krankenhaus verlassen“, bestätigte gestern ein Kliniksprecher.

Unterdessen haben die Kriminaltechniker die Ermittlungen aufgenommen. „Nach derzeitigen Erkenntnissen ist ein technischer Defekt als Ursache des Brandes unwahrscheinlich. Wir ermitteln wegen besonders schwerer Brandstiftung“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund schließt er jedoch aus: „In dem Neubaublock wohnen keine Ausländer.“ Allerdings habe dort bereits im Sommer ein Feuerteufel sein Unwesen getrieben. Auch in der Nacht zum 15. Juli musste die Feuerwehr einen Kellerbrand löschen, die Kripo ermittelt. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir noch keinen Tatverdächtigen“, so Salow.

Für die ersten zurückgekehrten Hausbewohner begann gestern der Alltag erst einmal mit Aufräumen, Lüften und Fensterputzen.

 

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