Hände weg von der Feuerwehr... : Feuerwehr lehnt Sparkurs ab

Großübung im Oktober: Die Feuerwehr meisterte die Aufgaben.
Großübung im Oktober: Die Feuerwehr meisterte die Aufgaben.

Vorschlag des Innenministers: Reduzierung der Tag- und Nachtschicht / Amtsleiter: Personal nötig, da Einsätze auch 2013 gestiegen sind

svz.de von
27. März 2014, 23:03 Uhr

Mit dem Sparpaket will das Innenministerium auch bei der Schweriner Berufsfeuerwehr und den freiwilligen Wehren drastische Kürzungen. So sollen bis auf die Freiwilligen Feuerwehren Schlossgarten und Mitte keine weiteren ehrenamtlichen Brandbekämpfer mehr organisiert sein, schlagen die Prüfer der PWC im Auftrag von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vor. Zudem haben die Prüfer den vor mehr als zehn Jahren abgelehnten Vorschlag wieder aufs Tapet gehievt, die Mannschaftsstärke der Berufsfeuerwehr zu reduzieren. Im SVZ vorliegenden Maßnahmenkatalog des Beratenden Beauftragten heißt es dazu: „Reduzierung von derzeit durchschnittlich 15 Funktionsstellen auf durchschnittlich 14 Funktionsstellen im Schritt eins, danach weitere Reduzierung der Funktionsstellen auf durchschnittlich 13 Funktionsstellen nach Ertüchtigung der freiwilligen Feuerwehren“. Hinter diesen Durchschnittszahlen verbirgt sich, dass aus den derzeit 16 Lebensrettern in der Tagschicht und 14 in der Nachtschicht im nächsten Jahr zwar weiterhin 16 Feuerwehrleute pro Tagschicht im Einsatz sind, wenn es nach dem Innenministerium geht, aber nur zehn in der Nachtschicht.

„Das ist völlig unrealistisch. Und das Thema haben wir auch längst abgehakt“, sagt Amtsleiter und Feuerwehrchef Jürgen Rogmann. Würden bei einem Einsatz aufgrund fehlender Lebensretter Fehler passieren, würde der Staatsanwalt den Einsatzleiter persönlich in die Verantwortung nehmen, verdeutlicht Rogmann. Eine solche Situation sei nicht hinnehmbar. Hinzu käme der zusätzliche Belastungsdruck: „Wenn der Brandbekämpfer im Einsatz ist und nicht weiß, ob Verstärkung oder Ablösung kommen kann, dann macht ihn das psychisch krank“, sagt der Amtsleiter.

Ohnehin würden die aktuellen Zahlen des Jahresberichtes 2013 eine Reduzierung der Feuerwehr überhaupt nicht hergeben. Ganz im Gegenteil. Mit 21 724 Rettungsdiensteinsätzen gab es im vergangenen Jahr erneut eine Steigerung um fast 1000 – so wie schon in den Vorjahren. Zusätzlich gab es 1163 Hilfeleistungen und 405 Brandeinsätze. Der größte Einsatz – neben der Landeskatastrophenschutzübung im Oktober in Medewege – war der Brand der ehemaligen Bezirksparteischule, als 60 Feuerwehrleute mit 15 Fahrzeugen im Einsatz waren. Mit 45 Lebensrettern haben die Schweriner im vergangenen Mai beim Großfeuer auf dem Gelände einer Recyclinganlage bei Rosenhagen geholfen. Mehr als 100 Angehörige der Wehren beteiligten sich zudem im Juni an den Hilfseinsätzen beim Elbehochwasser.

Unabhängig von der Sparliste des Landes will die Stadt den Feuerwehrsbedarfsplan 2014 im Juni vorlegen.

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