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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 18:06 Uhr

Lübesse : Feuerwehr-Bilanz ohne Papierberge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ludwigsluster Amtswehrführer Dirk Hochschild setzt auf Online-Erfassung / Gemeinden haben datenschutzrechtliche Bedenken

Dirk Hochschild muss gleich 18 Feuerwehren im Blick haben. Denn der Lübesser ist nicht nur stellvertretender Wehrführer in seiner Gemeinde, sondern auch Amtswehrführer von Ludwigslust-Land – beides im Ehrenamt. „Das Datensystem Fox 112 hilft mir ungemein, da den Überblick zu behalten“, betont der 48-Jährige. Hochschild ist bekennender Fan und reger Nutzer dieses Online-Systems. Denn auf seinem Laptop erkennt der Amtswehrführer sofort, ob die Technik nach einem Einsatz wieder startklar ist, welches Feuerwehr-Fahrzeug demnächst Tüv benötigt, welcher Kamerad für eine Schulung in Frage kommt oder demnächst ein Jubiläum begeht.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass alle relevanten Daten im Online-System eingepflegt und aktuell gehalten werden. „Das ist gerade zum Anfang eine Menge Arbeit“, berichtet Dirk Hochschild. „Aber das zahlt sich aus.“ Für ihn ist klar: Die Zeit der Papierberge ist vorbei! Der Amtswehrführer ist sogar davon überzeugt, dass die Feuerwehr-Bilanz und Einsatz-Statistik komplett ohne Papier auskommen kann. „Und quasi nebenbei sparen die Wehrführer viel Zeit und so manche Fahrt zum Amt“, fügt Hochschild hinzu. Denn wenn die Lübesser Kameraden nach einem Einsatz ihre Technik wieder auf Vordermann bringen, sitzt Hochschild als stellvertretender Ortswehrführer an seinem Laptop, erstellt sofort den Einsatzbericht und sendet diesen ans Amt. „Die Gemeinde hat dafür gesorgt, dass wir im Lübesser Feuerwehrhaus Internet haben“, erläutert Hochschild. Hinzu kommt, dass er als Amtswehrführer über einen Feuerwehr-Laptop verfügt.

Genau da fängt es aber auch an zu hapern. Denn die Orts- und Gemeindewehrführer müssen ihre private Computertechnik nutzen und das in den meisten Fälle von zu Hause aus. Für Amtswehrführer Dirk Hochschild ist es mehr als wünschenswert, dass jede Ortswehr mit einem Laptop ausgestattet wird, damit der Wehrführer oder ein Stellvertreter Fox 112 nutzten kann.

Das sieht auch Wolfgang Utecht vom Amt Ludwigslust-Land so. Der Leitende Verwaltungsbeamte betont zudem, dass das nicht auf Kosten der Gemeinden erfolgen darf. „Bei der Einführung von Fox 112 hieß es immer, dass sei kostenfrei für die Gemeinden“, fügt Utecht hinzu. Für die Nutzung des Programms gilt das auch. Die wird vom Land empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Über die notwendige Hardware wird allerdings nichts gesagt. Aus Ludwigslust-Land kommt daher der Vorschlag, die Anschaffung der Computer- sowie die der anderen Feuerwehrtechnik über die entsprechende Kasse zu finanzieren. Geklärt werden müsse aber auch der Umgang mit den Daten. Denn neben den feuerwehrspezifischen Angaben werden im Online-System auch persönliche Daten erfasst. Selbst wenn nur der jeweilige Wehrführer Zugriff auf die Daten seiner Kameraden hat, wollen die Bürgermeister aus dem Amtsbereich Ludwigslust-Land als oberste Dienstherren ihrer Feuerwehren auf Nummer sicher gehen, berichtet Wolfgang Utecht. Der Amtsausschuss von Ludwigslust-Land hat daher den Datenschutzbeauftragten des Landes und das Innenministerium aufgefordert, datenschutzrechtliche Lücken bei Fox 112 zu schließen.

Das kann auch Amtswehrführer Dirk Hochschild nachvollziehen. Er hofft auf eine rasche Klärung der offenen Fragen und setzt zugleich darauf, dass jede Gemeinde auch einen Internetzugang für ihre Feuerwehr schafft.

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