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Misstrauensantrag gegen kommissarische Führung gescheitert : Feuer unterm Dach bei Pampows Wehr

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Es bleibt beim Fahrplan für den Neuanfang bei der Freiwilligen Feuerwehr Pampow. Thomas Brandenburg wird ab Januar 2012 nicht länger als Wehrführer zur Verfügung stehen.

svz.de von
erstellt am 22.Nov.2011 | 10:40 Uhr

Pampow | Es bleibt beim Fahrplan für den Neuanfang bei der Freiwilligen Feuer wehr Pampow. Ein Misstrauensantrag gegen den zu Beginn vorigen Jahres eingesetzten kommissarischen Wehrführer Thomas Brandenburg und den Vorstand kam am Freitagabend gar nicht zur Abstimmung, da die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit wegen der zu geringen Teilnehmerzahl nicht zustande kam. Brandenburg bleibt damit bis Januar, bis zur Neuwahl in der Pampower Wehr im Amt - aber nicht länger. Er hatte bereits bei der Übernahme des Postens betont, dass er zur regulären Wahl Anfang 2012 und damit für weitere sechs Jahre nicht antreten will. "Ich werde mich weiterhin in der Pampower Feuerwehr engagieren und mein Fachwissen einbringen", betont Brandenburg. "Als Wehrführer aber stehe ich nicht länger zur Verfügung."

Thomas Brandenburg hatte sich nie um diesen Posten gerissen. Vielmehr setzte Bürgermeister Hartwig Schulz den erfahrenen Feuerwehrmann Anfang 2009 kommissarisch ein, als die Wehr nach finan ziellen Unregelmäßigkeiten ohne Wehrführer dastand (SVZ berichtete). Die damaligen Probleme sind inzwischen ausgeräumt. Der notwendige Neuaufbau macht jedoch Schwierigkeiten - wie der Misstrauensantrag belegt. Über diesen konnte zwar aus formalen Gründen nicht abgestimmt werden. Die außerordentliche Mitgliederversammlung am Freitag wurde aber zur Aussprache genutzt. Neben

26 aktiven Kameraden waren fünf Gemeindevertreter sowie Vertreter der Amts- und der Kreiswehrführung dabei.

Bürgermeister Hartwig Schulz machte unmissverständlich klar, was er als oberster Dienstherr der Gemeindewehr von den Kameraden erwartet: "Wir haben viel Geld ausgegeben, um die besten Voraussetzungen zu schaffen. Die Kameraden sind in der Pflicht, für die Sicherheit nicht nur der Pampower, sondern als Stützpunktwehr auch für die der anderen Einwohner der Region zu sorgen." An der Einsatzbereitschaft der Wehr habe es zu keiner Zeit Abstriche gegeben, betont Brandenburg. Wenn es ernst wurde, habe die Pampower Wehr immer unter Beweis gestellt, dass sie voll handlungsfähig ist. 45 aktive Kameraden gibt es derzeit in der Stützpunktwehr. Die Mitgliederzahl ist stabil. In den zurückliegenden zwei Jahren gab es zwar Austritte, aber auch zahlreiche Neueintritte von jungen Leuten, die sich einbringen wollen, berichtet Brandenburg.

Der Wehrführer räumt ein, dass er es seit Beginn seiner Amtszeit in manchen Fällen versäumt hat, kleine Differenzen und Probleme in persönlichen Gesprächen auszuräumen. Zugleich sieht er sich nicht als Einzelkämpfer für alle Kameraden. Einige Feuerwehrmitglieder hätten ihn zudem nie als Wehrführer voll akzeptiert, weil er nicht gewählt, sondern vom Bürgermeister kommissarisch eingesetzt wurde, bedauert Brandenburg.

Einig wurden sich alle am Freitag, dass die angesprochenen Mängel beispielsweise bei der Ausstattung mit Uniformen oder der Ausbildung schnell beseitigt werden müssen. Dazu sollen ein Kleiderrat gebildet und ein Ausbildungswart berufen werden, wie die stellvertretende Bürgermeisterin Nicole Wolf berichtet.

Mehr Ausbildung ist ohnehin der entscheidende Punkt, um den Neuanfang zu meistern. Gerade mal vier Pampower Kameraden haben in diesem Jahr an Ausbildungskursen teilgenommen. Für 2012 hat Thomas Brandenburg 16 Kameraden zu Ausbildungen auf verschiedenen Ebenen angemeldet. Wenn sich die Kameraden das Fachwissen angeeignet haben, können sie auch zum Gruppen- oder Zugführer in der Pampower Wehr aufsteigen. Denn ohne fachliche Qualifikation dürfen diese Wahlämter nicht ausgeführt werden. Das ist genau die Krux, vor der die Pampower Wehr im Januar steht. "Wir verfügen über genügend junge Kameraden, die bereit sind, sich einzubringen", so Brandenburg. Um Spitzenposten zu besetzten, reicht das aber nicht aus. Führungspersonal bleibt in der Freiwilligen Feuerwehr Pampow vorerst Mangelware.

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