Haus evakuiert : Feuer-Nacht: Kripo sucht Brandstifter

Fast alle Fenster sind noch offen, der Schreck steckt in den Knochen: Maximilian Augustin und Melanie Müller wohnen im fünften Stock und konnten dem Brand rechtzeitig entkommen.
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Fast alle Fenster sind noch offen, der Schreck steckt in den Knochen: Maximilian Augustin und Melanie Müller wohnen im fünften Stock und konnten dem Brand rechtzeitig entkommen.

Bewohner in der Keplerstraße mit Drehleitern aus den Flammen gerettet – neun mussten ins Krankenhaus

svz.de von
16. Juli 2014, 21:30 Uhr

Es war genau 22.34 Uhr, als Maximilian Augustin einen merkwürdig angebrannten Geruch in seiner Wohnung im fünften Stock in der Keplerstraße 1 bemerkte. Die Uhrzeit hat er sich im Handy gespeichert, denn was kurz darauf passierte, werden er und seine Freundin Melanie Müller nicht so schnell vergessen.

„Ich habe zuerst geguckt, ob irgendeine Steckdose in der Wohnung durchgeschmort war und dann vom Balkon geschaut. Aus dem Kellerfenster schlugen da schon Flammen nach draußen. Als ich die Wohnungstür öffnete, war der Flur ganz blau vor Qualm“, erzählt der 22-Jährige. Beherzt schnappte er sich zwei Tücher als Mundschutz, nahm seine Freundin und rannte nach unten. Auf dem Weg habe ich bei den Nachbarn geklingelt und ,Feuer‘ gebrüllt“, sagt er. Doch nicht alle Bewohner schafften es rechtzeitig allein nach unten. Das hochgiftige Rauchgas bereitete sich schnell aus – in den Aufgängen 1 und 3. Neun Bewohner wurden wenig später von der Feuerwehr mit Drehleitern über die Fenster aus ihren Wohnungen gerettet. Die Treppenhäuser konnten sie nicht mehr benutzen.

Die Rettungskräfte mussten schließlich neun Personen im Alter von 7 bis 76 Jahren mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung zur Beobachtung in die Helios-Klinik bringen. Die Kripo hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung aufgenommen. Ein technischer Defekt wird als Ursache ausgeschlossen. Die Beamten nehmen den Keller genauestens unter die Lupe, befragen die Bewohner und suchen Zeugen. Ausgebrochen war das Feuer in einem Keller in der Keplerstraße 3, der Rauch zog über den Versorgungsschacht auch ins Nachbarhaus. Die Berufsfeuerwehr war mit vier Löschfahrzeugen und zwei Drehleitern, die Freiwillige Feuerwehr Schlossgarten mit zwei Löschfahrzeugen vor Ort. Zudem waren vier Rettungs- und ein Notarztwagen im Einsatz.

Schon in der Nacht pustete die Feuerwehr mit riesigen Ventilatoren den Rauch aus dem Treppenhaus. Gegen 0.30 Uhr konnte er wieder in seine Wohnung, erzählt Maximilian Augustin. „Jetzt müssen wir noch ordentlich lüften“, sagt er. Und den Schock überwinden.


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