Rastow : Feuer ist ihre Leidenschaft

Die Funkenschleuder ist ein Showteil, den Mathias Klodner in diesem Jahr neu eingeübt und auf zahlreichen Veranstaltungen vorgeführt hat.  Fotos: Tilo Röpke (3)
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Die Funkenschleuder ist ein Showteil, den Mathias Klodner in diesem Jahr neu eingeübt und auf zahlreichen Veranstaltungen vorgeführt hat. Fotos: Tilo Röpke (3)

Jenny Helbing und Mathias Klodner haben ein außergewöhnliches Hobby und begeistern damit immer mehr Fans

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31. Dezember 2014, 20:00 Uhr

Heute Abend schickt Mathias Klodner (37) nur eine paar Raketen in den Nachthimmel, um gemeinsam mit seiner Partnerin Jenny Helbing (35) und den Töchtern Lilly (13) und Fenja-Malea (1) das neue Jahr zu begrüßen. Die Rastower feiern in der Familie, brennen ganz bewusst kein großes Feuerwerk ab. Dazu wären aber gerade Jenny Helbing und Mathias Klodner durchaus in der Lage. Unter dem Namen Black-Fire-Artist präsentiert das Duo seit 2010 Feuershows. Aus anfänglichen kleinen Auftritten vor der Familie und Freunden sind inzwischen gut halbstündige Shows mit sechs, sieben spektakulären Elementen geworden. „In den Sommermonaten und in der Adventszeit hatten wir kein einziges freies Wochenende“, erzählt Jenny Helbing. Das Duo trat vor hunderten Zuschauern bei Lichterfesten, Mittelalter-Spektakeln, Adventsmärkten auf. „Mehr geht eigentlich nicht“, stellt Mathias Klodner durchaus zufrieden fest. Denn am Montag geht es für beide wieder zur Arbeit. Mathias Klodner verdient sein Geld als Klempner, Jenny Helbing mit medizinischer Fußpflege.

Das Feuer ist für die Rastower aber mehr als ein Hobby, es ist ihre Leidenschaft. Das Entscheidende dabei ist die Herausforderung, das Feuer zu meistern. „Der muss man sich immer neu stellen und jede Übung mit höchster Konzentration angehen“, betont der 37-Jährige. Denn schon beim kleinsten Fehler kann es brenzlig werden. Bei den kniffligen Darbietungen haben die Künstler deshalb auch feuerfeste Spezialkleidung an und Löschmittel liegen stets griffbereit. „Und das Publikum muss auch einen Sicherheitsabstand einhalten“, betont Jenny Helbing.

Die beiden Darsteller bleiben bei ihren Auftritten lieber im Hintergrund – in diesem Fall im Dunkeln. „Das Feuer, die Lichteffekte und auch die Musik sollen wirken“, erläutert die 35-Jährige. Ihr derzeitiges Lieblingselement ist der Feuerfächer. „Denn da kommt noch eine Choreografie zur Hintergrundmusik hinzu“, erzählt die jungen Frau. Die Auftritte ihres Partners sind hingegen ganz bewusst kraftvoll. Und das gilt vor allem für die Funkenschleuder. Dabei wird glühende Holzkohle in zwei Metallkäfige gefüllt. Mathias Klodner schlägt diese gegeneinander. Natürlich nicht wild, sondern nach einer eingeübten Choreografie. „Da ist derzeit auch das schwierigste Element, das ich beherrsche.“ Doch nicht immer zeigt Mathias Klodner diesen spektakulären Höhepunkt: Auftrittsort und Windverhältnisse müssen passen, damit weder Darsteller noch Publikum gefährdet werden. Anregungen und Anleitung für neue Elemente holen sich die Rastower aus der Fachliteratur und aus dem Internet. Dann wird geübt, geübt, geübt – bis alles sicher sitzt. Da ist auch Tochter Lilly oft dabei. Und wenn es die Zeit zulässt, steht die 13-Jährige mit leichteren Elementen ebenfalls schon auf der Bühne.

So haben sich die Rastower gerade im zurückliegenden Jahr einen Namen in ganz Westmecklenburg gemacht. Auch aus der Prignitz und aus Güstrow kommen inzwischen Anfragen. „Dabei haben wir nie groß Werbung gemacht“, berichtet Jenny Helbing. Doch zu Silvester wollte die Familie unter sich bleiben. Alle Anfragen wurden abgelehnt. „Dabei war sogar eine von der Insel Poel“, erzählt Mathias Klodner. Ein Auftritt zum Jahreswechsel am Ostseestrand – das hätte schon seinen Reiz. Aber nicht heute Abend. Da bleibt es beim kleinen Feuerwerk.

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