Median Klinik Lübstorf : Feuer in der Sauna - 190 Patienten evakuiert

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Fünf Wehren löschen Feuer in der Sauna der Lübstorfer Median Klinik. Wegen Rauchbelastung bleiben zwei Häuser über Nacht unbewohnt

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11. April 2018, 20:29 Uhr

Kurz vor fünf Uhr am Nachmittag war in der Leitstelle die Meldung vom Brand in der Lübstorfer Klinik aufgelaufen. Zu der Zeit waren die meisten der Patienten noch im Klinikgebäude. Zwei Haustechniker hatten das Feuer im Erdgeschoss von Haus 5 im Saunabereich bemerkt, die Feuerwehr alarmiert und sofort damit begonnen, die Bewohner zu evakuieren. „Ich saß im Fernsehzimmer und habe erst gar nichts mitbekommen“, erzählt ein Patient. „Aber dann roch es so verkokelt. Ich dachte erst, draußen wird gegrillt.“ Im Flur der Klinik begegneten ihm dann viele Menschen, die alle zum Hauptausgang strömten. Draußen hat er erfahren, dass angeblich die Sauna brenne. Dutzende Klinikbewohner warteten dort bereits in der Kälte vor dem grünen Sammelpunkt-Schild. In Hausschuhen und ohne Jacken. Für die Kinder unter den Bewohnern hatten die Schwestern wärmende Decken mit herausgetragen.

Als die erste Feuerwehr aus Lübstorf eintraf, waren die Büros und alle Wohnungen über der Sauna komplett geräumt. „Das hat relativ reibungslos funktioniert“, sagt Arne Borck von der Führungsgruppe des Amtes Lützow-Lübstorf. „Bei Großeinsätzen wie diesem werden wir zur Hilfe gerufen, um dem Einsatzleiter den Rücken frei zu halten“, sagt er.

Einsatzleiter Sandro Rietentiet von der Lübstorfer Wehr hatte vor Ort schnell damit begonnen, weitere Wehren anzufordern. „Wir konnten den Brandherd nicht sofort lokalisieren, weil der Bereich so verqualmt war“, sagt er. „Es war abzusehen, dass wir viele Atemschutzgeräteträger brauchen.“ Am Ende waren 18 Kameraden von den Wehren aus Lübstorf, Klein Trebbow, Alt Meteln, Seehof und Zickhusen mit Atemschutz im Haus, die sich wegen der starken Rauchbelastung ablösen mussten. „Der Einsatz zeigt mal wieder, wie wichtig es ist, dass es junge Menschen gibt, die mit Ehrgeiz für die Feuerwehr arbeiten“, sagt Sandro Rietentiet. Man könne von Glück reden, dass die Alarmierung in den Feierabend fiel. „Wäre das Feuer vormittags ausgebrochen, dann hätten wir wohl kaum die Leute zusammenbekommen, weil viele auswärts arbeiten.“

Das Feuer hatten die Kameraden nach etwa einer Stunde unter Kontrolle. Während Einsatzleiter Rietentiet noch mit der Wärmebildkamera die Decke nach Glutnestern absuchte, konnten die Patienten bereits zurück ins Haus. Vorerst nur in den Speisesaal. Später dann auch in ihre Zimmer. Nur die Bewohner der Häuser 5 und 6 direkt über der Sauna mussten wegen des beißenden Geruchs für die kommende Nacht ihre Quartiere räumen und auf andere Zimmer der Klinik ausweichen. Um sicher zugehen, dass sich in der abgebrannten Sauna nichts neu entzündet, hatten sich die Haustechniker bereit erklärt, in der Nacht die Brandwache zu übernehmen. Für die 45 Frauen und Männer der fünf Wehren hatten Mitarbeiter der Klinik nach dem Einsatz Stullen geschmiert und heißen Tee gekocht. „Wir sind froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt die Kaufmännische Leiterin der Median Klinik, Sandra Ludenia. Die Evakuierung habe ihrer Meinung nach gut funktioniert. Warum das Feuer ausbrechen konnte, müsse in den nächsten Tagen geklärt werden.

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