Altstadtfest Schwerin : Festmotto muss weg

Ausgelassene Stimmung: Ein Altstadtfest ohne Alkohol ist für viele Besucher undenkbar.
Ausgelassene Stimmung: Ein Altstadtfest ohne Alkohol ist für viele Besucher undenkbar.

Titel für das Altstadtfest „Schwerin macht blau“ soll geändert werden, weil er Alkoholkonsum assoziiere.

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16. Juni 2015, 22:00 Uhr

Das Altstadtfest bekommt vom nächsten Jahr an ein neues Motto. Das beschlossen die Stadtvertreter mit einer knappen Mehrheit von drei Stimmen. Die Bündnisgrünen hatten beantragt, dass das Fest rund um den Pfaffenteich nicht mehr mit dem Slogan „Schwerin macht blau“ beworben werden soll. Dieses Jahr bleibt das alte Motto erhalten, da damit bereits überregional geworben wird.

„Jugendliche assoziieren mit Blaumachen nur heftigen Alkoholkonsum“, sagte Regina Dorfmann. „Mit dem Spruch bauen wir kein gutes Image für Schwerin auf.“ Dass die Bündnisgrünen schon im Vorfeld der Stadtvertretung wegen ihres Antrags als „Spaßbremse“ und „Verbotspartei“ bezeichnet wurden, wies Dorfmann zurück. Der Antrag sei aus einer Diskussion im Gesundheitsausschuss geschrieben worden. „Ich möchte aber keinem Gast vorschreiben, wie viel Alkohol er konsumiert“, so Dorfmann.

André Walther von den Linken hielt dagegen und bezeichnete die Grünen als „autoritäre Moralisten“. Der Antrag sei „kleinkariert und doppelmoralisch“. CDU-Stadtvertreter Sven Klinger schlug in die selbe Kerbe. „Es kann nicht sein, dass die Grünen anderen diese Sicht der Dinge aufzwingen.“ Immerhin sei am Zippendorfer Strand nicht eine grüne, sondern die Blaue Flagge aufgezogen worden. Und die stehe auch nicht für düstere Alkohol- und andere Exzesse. Und AfD-Frau Petra Federau verwies auf einen Slogan der Grünen: „Ein Joint muss durch Deutschland gehen“.

Für den Antrag machte sich Susanne Herweg stark. „Wir starten Programme gegen das Komasaufen und dann so ein Slogan.“ Und Bernd Schulte von der SPD verwies auf 1,8 Millionen Alkoholabhängige in Deutschland. „Eine Legalisierung von Cannabis wäre nicht so dramatisch wie die Schäden durch Alkohol.“

Gerd Böttger von den Linken zeigte sich verwundert über die Debatte. „Es gibt ganz andere Ursachen für den Alkoholkonsum und manche Dinge kann man ohnehin nur mit Alkohol ertragen.“

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