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Ausreisser in Schwerin : Feste Plätze für Ausreißer fehlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geschlossene Unterbringung in MV nicht möglich: 13-Jährige aus Rehna beschäftigt regelmäßig Kinder- und Jugendnotdienst in Schwerin

von
erstellt am 15.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Hat der Schweriner Kinder- und Jugendnotdienst hat ein 13-jähriges Mädchen aus Rehna abgewiesen, das in der Landeshauptstadt um Hilfe bat? Der Vorwurf, den ein Insider erhebt, wiegt schwer. Es gehe um eine „Gefährdung für Leib und Leben“, sagt der Mann. Schwerins Sozialdezernent Andreas Ruhl wehrt die Anschuldigungen ab.

Das Mädchen, um das es sich dreht, wird vom Kinder- und Jugendnotdienst in Rehna betreut. „Der Mutter wurde das Sorgerecht entzogen, die Vormundschaft liegt beim zuständigen Jugendamt des Landkreises Nordwestmecklenburg“, sagt der Insider, dessen Name der Redaktion bekannt ist. Es gäbe ein Gerichtsurteil, wonach die 13-Jährige in einer geschlossenen pädagogischen Einrichtung untergebracht werden soll. „Das Urteil kann jedoch nicht umgesetzt werden, weil es keinen Platz in Mecklenburg-Vorpommern gibt“, so der Insider.

Mehrfach sei die 13-Jährige im vergangenen halben Jahr „abgängig“ gewesen, habe sich in Schwerin aufgehalten und selbst beim Kinder- und Jugendnotdienst in der Alexandrinenstraße um Obhut gebeten, berichtet der Mann, der sich an unsere Zeitung gewandt hat. Doch es sei vorgekommen, dass der Dienst das Mädchen nicht aufgenommen habe, so der Insider. „Dabei ist er gesetzlich dazu eindeutig verpflichtet.“

Andreas Ruhl, zuständiger Dezernent in der Landeshauptstadt, kennt den Fall und auch die Rechtslage. Den Vorwurf, dass sich der Kinder- und Jugendnotdienst in Schwerin, im Auftrag der Stadt getragen von der Arbeiterwohlfahrt, nicht um das Mädchen gekümmert habe, weist er zurück. Mit Blick auf den Datenschutz und auf laufende Verfahren wolle er aber keine Details nennen.

Nach SVZ-Recherchen ist die 13-Jährige seit Mitte vergangenen Jahres vom Kinder- und Jugendnotdienst in Schwerin zumindest mehrere Male aufgenommen worden. Ruhl will diese Information offiziell nicht bestätigen. Nur so viel: Es gäbe eine dicke Akte und auch einen Kontakt zum zuständigen Jugendamt im Landkreis Nordwestmecklenburg. Im Januar habe es in Schwerin auf Initiative des städtischen Jugendamtes ein Treffen mit allen Beteiligten gegeben, so der Dezernent.

Vier Plätze hält der Kinder- und Jugendnotdienst in der Landeshauptstadt vor. Der Dienst freilich könne grundlegende Erziehungsprobleme nicht lösen, erklärt Birgit Habecker, Teamleiterin im Sozialpädagogischen Dienst der Stadt. Um so bedauerlicher sei es, wenn eine gerichtlich beschlossene geschlossene pädagogische Unterbringung in MV nicht umgesetzt werden könne, weil es Plätze nur in Niedersachsen und Bayern gäbe.

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