Schweriner Energieversorgung : Fernwärmenetz wächst jedes Jahr

Sanierte Leitungen für die im Bau befindlichen Stadtvillen in der Leonard-Frank-Straße sind anschlussfertig.
Sanierte Leitungen für die im Bau befindlichen Stadtvillen in der Leonard-Frank-Straße sind anschlussfertig.

Umweltfreundliche Versorgung findet wachsendes Interesse: 80 Hausanschlüsse und drei Kilometer Leitung kommen jährlich hinzu

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04. Mai 2017, 08:00 Uhr

Insgesamt 127 Kilometer lang ist das Fernwärmenetz in Schwerin und es wächst stetig. Durchschnittlich drei Kilometer kommen jedes Jahr hinzu und 60 bis 80 Hausanschlüsse. Derzeit sind die Stadtwerke an einem Dutzend Baustellen im gesamten Stadtgebiet zugange. Und die Nachfrage steigt. Das führt mittlerweile sogar schon zu Engpässen. „Aufgrund der sehr umfangreichen Fernwärme-Baumaßnahmen und damit im Zusammenhang stehender Kapazitätsengpässe bei den bauausführenden Firmen kann es teilweise Verschiebungen in den Umsetzungszeiträumen geben“, erklärt René Rüdiger, Betriebsleiter Wärmenetze der Stadtwerke.

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die Fernwärme-Baustellen über die ganze Stadt verteilt sind. Dazu gehören Großprojekte wie das neue Eigenheimgebiet Friedrichsthal, der alte Internatskomplex Lankow, das Areal des früheren SWG-Sitzes in der Leonard-Frank-Straße das Hafenquartier am Ziegelsee, die Waisengärten. Es wird aber auch dezentral in vielen Straßen gebaut, wo entweder neue Hausanschlüsse gelegt oder die bestehenden Stränge verlängert werden. Das betrifft die Robert-Beltz-Straße, die Bornhövedstraße, den Pappelgrund, den Rosenhain, die Barcastraße und viele andere. „Der Bauboom in Schwerin macht sich auch bei uns bemerkbar“, sagt Rüdiger.

Doch worauf ist das große Interesse an Fernwärme zurückzuführen? „Damit sind die Vorgaben der EU-Energie-Effizienz-Richtlinie für private Investoren leichter zu erfüllen“, erklärt Kundenbetreuer Tilo Labs. Insbesondere bei der Altbausanierung sei Fernwärme im Vergleich zu anderen regenerativen Energien deutlich im Vorteil. Hinzu komme, dass so städtebauliche Vielfalt erhalten werden kann, weil Schmuckelemente alter Fassaden nicht hinter dicker Dämmung verschwinden müssten.

Die Frage, ob bei steigender Nachfrage die Kapazitäten der Stadtwerke noch ausreichen, beantwortet Rüdiger mit einem klaren Ja. „Wir haben keine Engpässe bei der Fernwärmeerzeugung.“ Er erinnert an den Rückbau zahlreicher Wohnblöcke auf dem Dreesch und den Abriss bzw. geplanten Abriss mehrerer Hochhäuser. Auch die Leitungen seien völlig ausreichend. „Wir haben jetzt sogar mit dem Phänomen zu tun, dass angesichts der hohen Wärmeeffizienz von neuen Einfamilienhäusern wie an den Sodemannschen Teichen der Verbrauch sehr gering ist. „Wir müssen deshalb neue, bedarfsgerechte Versorgungskonzepte erarbeiten“, erläutert Rüdiger. „Es gibt keinen Anschlusszwang, aber wir picken uns auch nicht die Rosinen heraus“, stellt der Betriebsleiter klar, verweist zugleich aber auf die Eingangsbemerkung, dass angesichts des Baubooms nicht alle Wünsche von Bauherren sofort erfüllt werden könnten.

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