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Neue Heizung für das Schweriner Schloss : Fernwärme muss durch den Burgsee

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Mit der millionenschweren Sanierung des Schlossgartenflügels bekommt das Schweriner Schloss auch eine neue Heizung. Die Stadtwerke verlegen dafür im Herbst eine Fernwärmeleitung unter dem Burgsee.

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erstellt am 27.Aug.2012 | 10:24 Uhr

Altstadt | Das wird eine besondere technische Herausforderung für die Stadtwerke. Der Anschluss des Schlosses an das Fernwärmenetz erfordert spezielle Technologie. "Die Bodenuntersuchungen sind abgeschlossen", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Josef Wolf. "Im Herbst verlegen wir die Leitung unter dem Alten Garten und dem Burgsee hindurch."

Dabei wird Spezialbohrtechnik zum Einsatz kommen. Etwa auf Höhe des Alten Palais geht es in die Erde. Dort, wo einst vor dem Schloss das Denkmal Paul Friedrichs stand, wird der Bohrer dann wieder ans Tageslicht kommen. "Maximal wird die Leitung 25 Meter tief liegen", so Wolf. Ein besonderes Hindernis: Die Kaimauer der Schlossinsel. "Die steht auf acht Meter langen Pfählen. Unter denen müssen wir durch." In die Bohrung wird ein Schutzrohr eingezogen - 200 Meter in einem Stück. "Da müssen wir noch sehen, wo wir das fertigen", so der Geschäftsführer.

Auf jeden Fall wird der Alte Garten für die Lagerung der Rohre und der Technik genutzt. Dafür hatten die Stadtwerke den landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften gebeten, die für die Sommeroper aufgetragene Asphaltschicht vorerst nicht abzuräumen. "Dadurch haben wir einfach bessere Arbeitsbedingungen", sagt Wolf.

Wenn die Rohrleitung verlegt ist, wird im kommenden Frühjahr mit dem Anschluss an das bestehende Fernwärmenetz begonnen und die Übergabetechnik wird eingebaut. "Ziel ist es, zur Heizperiode 2013/14 das Schloss mit Fernwärme zu versorgen", sagt Wolf. Dann werden auch die Staatskanzlei und die Ministerien in der Schlossstraße von den beiden städtischen Heizkraftwerken versorgt. Die Leitungen sind dorthin bereits verlegt.

Schon vor eineinhalb Jahren hatten sich die Stadtwerke Gedanken um eine Fernwärmeversorgung des Schlosses gemacht. "Wir haben messerscharf gerechnet und dann auch den Zuschlag bekommen", freut sich Josef Wolf. "Der Landtag ist ein sehr prominenter Referenzkunde und das Schloss ist schließlich das Wahrzeichen der Stadt und des Landes." Außerdem - die Stadtwerke bekommen einen Großabnehmer hinzu. Das ist für die Wirtschaftlichkeit der Heizkraftwerke nicht unwesentlich.

Der Anschluss des Schlosses an das städtische Fernwärmenetz war ursprünglich noch gar nicht geplant. "Wir haben die Maßnahme mit der Sanierung des Schlossgartenflügels vorgezogen", sagt Landtagsdirektor Armin Tebben. "Aber unsere rund 20 Jahre alte Gasheizung hätte ohnehin in nächster Zeit modernisiert werden müssen." Das kann jetzt mit der Schlossrestaurierung mit angegangen werden. Und die Fernwärme bringt noch zusätzliche Vorteile. "Wir müssen den Brandschutz auf den neuesten Stand bringen", sagt Tebben. "Dazu gehört auch Notstromtechnik." Die allerdings braucht Platz. Mit dem Ausbau der Gasheizung steht der zur Verfügung.

Außerdem, so der Landtagsdirektor, sei die Fernwärme ein Thema der Nachhaltigkeit und der Ressourcenschonung "und wir stärken die regionale Wirtschaft."

Das ist aber offenbar nicht einmal für alle städtischen Unternehmen ein Thema. Obwohl die Fernwärmeleitungen quasi bereits vor der Tür liegen, tut sich das Staatstheater schwer mit einem Anschluss. "Wir verhandeln schon längere Zeit", so Stadtwerkechef Josef Wolf. "Auch wenn wir noch nicht zu einem Ergebnis gekommen sind, so bin ich doch zuversichtlich, dass wir eines Tages auch das Theater mit Fernwärme versorgen werden."

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