1. Mai im Schweriner Umland : Feierlaune bis zum Sonnenaufgang

Mit Feuer, Musik und reichlich guter Laune wurden die Geister der Winters vertrieben und Pläne für die sonnigen Monate verkündet

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02. Mai 2018, 05:00 Uhr

Mit Musik, bunten Fahnen und reichlich guter Laune haben die Einwohner den 1. Mai in den Gemeinden rund um die Landeshauptstadt begrüßt. Während in manchen Dörfern die ersten Haustüren noch weit vor Sonnenaufgang auf- und zugingen,  weil sich die Waidmänner auf den Weg zum Morgenansitz für die traditionelle Bockjagd machten, fielen andernorts zur gleichen Zeit die letzten Gäste der „Tanz in den Mai“-Feiern in ihre Federbetten. In einem dürften sich alle einig sein: „Der Mai ist gigantisch schön“, brachte es Rastows Bürgermeister Egbert Scharlaug auf den Punkt. So beginnen jetzt nicht nur in Lübesse die Feierlichkeiten anlässlich des 800-jährigen Dorfjubiläums, sondern auch in Sülte und Uelitz wird demnächst groß Geburtstag gefeiert. Ebenso freuen sich Banzkower, Crivitzer, Demener und viele andere Bürger auf die Feste im Sommer in ihrem Heimatdorf. Auch die Vorbereitungen für die großen Radtouren wie die Velo-Classics oder das Schweriner Jedermann-Radrennen durch  die Lewitz-Dörfer sind bereits angelaufen. Immer eine gute Gelegenheit, die Region besser kennenzulernen. Doch nicht nur mit Feierlichkeiten und sportlichen Großereignissen geht es jetzt wieder los, auch die Bautrupps und -planer stehen in den Startlöchern. Und das nicht nur in Brüsewitz, Banzkow, Plate, Pampow und Zickhusen. Auch die Natur legt jetzt wieder richtig los – süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land, wusste schon Eduard Möhrike. Und die in Dümmer gastierenden Rolandsbrüder  versichern  aus eigener Erfahrung: „Es ist überall schön, du  musst es nur sehen wollen.“

 

Brüsewitz: Süße Düfte und neue Technik

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Mit süßen Torten auf Fingerschnipp kann Michael Pagel seinen Brandschützern nicht dienen. Aber mit einem süßen Kuchenduft. Denn gestern pflanzte der Brüsewitzer Wehrführer gemeinsam mit seinem Vorgänger Klaus Herbers und Bürgermeister Manfred Dutz einen Baum – zu Ehren des neuen Löschfahrzeugs. Es ist ein Kuchenbaum, auch Judasblatt genannt. Er soll einen süßen Duft verströmen. „Er wird für die Verpflegung der Kameraden sorgen“, sagt Michael Pagel mit einem Augenzwinkern. Gemeinsam mit vielen Hundert Gästen wurde anschließend das  neue Fahrzeug der Wehr  feierlich in Dienst genommen. Nicht nur die 28 aktiven Kameraden waren sichtlich stolz, auch die Gäste von den umliegenden Wehren machten große Augen als das  330 000 Euro teure Tanklöschfahrzeug TLF 10 vorfuhr.  Die Kaufsumme wurde  gedrittelt. Kreis und Land zahlen 101 000 Euro, die Gemeinde trägt den etwas größeren Anteil. „Wir hatten nämlich noch ein paar Extra-Wünsche“, erklärt Michael Pagel. Das neue Fahrzeug verfügt unter anderem über einen  2000-Liter-Tank. Lange Wege und wenige Wasserstellen  machen   das notwendig, sagt Manfred Dutz. Er hofft, dass der Landkreis seinen Anteil bald auf die Reise schickt. „Den Kreis-Anteil  mal eben aus der Porto-Kasse der Gemeinde zu nehmen,  ist nicht drin“, versichert der Bürgermeister. Brüsewitz habe viele Baustellen abzuarbeiten, wie die Kita-Erweiterung. kmue

Lübesse: Startschuss für die  800-Jahr-Feier

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Es ist höchst selten, dass jüngster und ältester Bewohner eines Ortes zusammentreffen. In Lübesse musste es erst der 1. Mai 2018 werden. Gestern fiel der Startschuss für die 800-Jahr-Feier der Gemeinde. Eigens für dieses Jubiläum wurde eine Ehrentafel an einem großen Gedenkstein vor dem Gemeindehaus enthüllt. Die 91-jährige Hanni Holzhausen und der zehn Tage alte August Kaiser durften die Tafel feierlich enthüllen. Die Mutter des jüngsten Lübessers, Mareen Kaiser, war schon überrascht: „Er bekommt zwar noch nichts mit, aber wir haben ja genügend Fotos davon und werden ihm alles erzählen“, sagt die junge Mutter. Hanni Holzhausen ist sogar ein wenig gerührt und hat prompt versprochen, mindestens bis zum 808. Geburtstag der Gemeinde immer mit von der Partie zu sein. Bürgermeister Burghard Engel freut es, ebenso wie sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Er nutzte die Gelegenheit, eine kurze Bilanz zu ziehen: Das Gewerbegebiet wächst, die Einwohnerzahlen steigen und die Dorfgemeinschaft stimmt – auch das kulturelle Leben findet noch statt. So gibt es eine neue Bilderschau im Gemeindehaus. Schwarz-Weiß-Fotografien erzählen vom Leben in der Gemeinde. kmue

Alt Metel: Hexentanz ums Feuer

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In Alt Meteln auf dem Festplatz am Aubach feierten die fröhlichen Dörfler Walpurgisnacht. Mitglieder des Alt Metelner Heimatverbandes und Kinder schlüpften  am Vorabend des 1. Mai traditionell in ihre Hexen-Kluft und tanzten um das große Lagerfeuer. Hierbei wurden sie von den zahlreichen Zuschauern angespornt – auch die  Gäste sorgten mit reichlich Applaus für gute Stimmung. Organisiert hatte die beliebte Veranstaltung der Heimatverein Alt Meteln gemeinsam mit der Feuerwehr.  geje

Dümmer: Ein Wildschwein zum Geburtstag

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Anzutreffen sind die reisenden Bauhandwerker gelegentlich an der Straße – meistens als Einzelgänger. Doch am 1. Mai waren mehr als 50 Männer in weißen Hemden, schwarzen Anzügen und ausgestattet mit Zylinder, Schlapphut oder Melone im Europahaus in Dümmer zusammengekommen. Sie feierten in großer Runde 127. Geburtstag. Alle jungen Männer gehören dem „Rolandschacht“ an, der am 1. Mai 1891 in Nürnberg gegründet wurde. Zur Feier des Tages gab es  Wildschwein, ein Förster aus Ludwigslust hat die Männer  mit dem Überläufer versorgt. „Wir haben einen guten Kilo-Preis aushandeln können“, sagt Rolandsbruder Simon Freudig, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenliefen. In Dümmer selbst haben er und seine Kollegen wieder einiges am Haus selbst fertiggestellt, ein neues Gerät für den Spielplatz gebaut und  eine Fachwerkmauer in Seenähe soll folgen. kmue

Bazkow: Wehr-Partner geehrt

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Bunte Lichter, laute Musik und jede Menge Spaß gab es für alle Feierfreudigen am Banzkower Neddelrad – bis morgens um 6 Uhr. Bereits mehr als zehnmal hat Ronny Diehn den Tanz in den Mai organisiert.  Dafür sind ihm sicher viele dankbar. Ein ganz besonderes Dankeschön gab es für Ronny Diehn (Bild, li.) und Michael Spelling  aus Mirow vom Landesfeuerwehrverband MV. Die Mitglieder der Amtswehrführung des Amtes Crivitz waren mit Urkunden und Blumen zum Neddelrad gekommen, um beiden Unternehmern für ihre langjährige Unterstützung der Plater Feuerwehr zu danken und sie als „Partner der Feuerwehr“ auszuzeichnen. Von der feiernden Menge gab es reichlich Applaus und beide Geschäftsmänner sicherten der Amtswehrführung zu: „Wir sind auch künftig für die Feuerwehr da“. Um die Gäste mit ausreichend Feierlaune kümmerten sie sich am ersten Mai bis morgens um 6 Uhr, dann wurden die Anlagen in den beiden beheizten Festzelten  am Neddelrad  abgedreht. kmue

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