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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. August 2017 | 17:43 Uhr

Abriss : Fehlende Brücke kostet Millionen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Stadt plant den Abriss des maroden Bauwerks zur Krösnitz für Herbst und künftig eine ebenerdige Verkehrsführung. Für beides gibt es kein Fördergeld.

Die marode Brücke Stadionstraße ist bald Geschichte. Für November plant die Stadt den Abriss des Bauwerkes. Einen Neubau lehnten die Stadtvertreter bislang ab (SVZ berichtete). Dadurch wollten die Kommunalpolitiker Geld sparen – bescheren der Stadt jetzt aber deutliche Mehrkosten. Denn die zwar noch nicht zugesagte, aber durchaus avisierte Förderung eines Brückenneubaus über der Ludwigsluster Chaussee hätte auch die Abrisskosten in Höhe von 750 000 Euro eingeschlossen. Ohne einen Neubau muss die Stadt diese voraussichtlich komplett aus eigener Tasche bezahlen.

Doch damit nicht genug: Eine Verbindung zwischen Ostorf, Krösnitz und Gartenstadt muss es auch ohne die Brücke geben – zumindest für Fußgänger und Radfahrer, idealerweise auch für Autos. Derzeit spielen die städtischen Verkehrsplaner verschiedene Übergangslösungen durch. Nach SVZ-Recherche würde die Umsetzung eines Szenarios noch mal zwischen 200 000 und 300 000 Euro kosten. Auch dafür gibt es keine Fördermittel. Haben die Stadtvertreter das gewusst, als sie gegen einen Neuaufbau der Brücke gestimmt haben?

Täglich rollen 25 000 Autos über die und auf der Ludwigsluster Chaussee. Etwa 50 Fußgänger pro Stunde und eine Buslinie nutzen die Brücke. Eine ebenerdige Lösung wird nicht ohne Ampellösung auf Höhe der Straßenbahnhaltestelle Ostorf gehen. Damit wird der Verkehr auf der viel befahrenen Ludwigsluster Chaussee deutlich ausgebremst. Denn für das Überqueren der sieben Fahrspuren zwischen Straßenbahnhaltestelle und Hagenower Straße muss Fußgängern eine gewisse Zeit eingeräumt werden. In dieser Rotphase für Autos dürften Rückstaus in beide Fahrtrichtung vorprogrammiert sein.

Für den Fahrzeugverkehr haben die städtischen Verkehrsplaner auch bereits eine Lösung erdacht. Die bislang bequeme Abfahrt aus Richtung Stadt kommend auf die Hagenower Straße soll verschwinden. Denn der Verkehr soll auf den gut ausgebauten Straßen geführt werden. Bliebe die einfache Ausfahrt, würden viele Autofahrer diese Abkürzung über die Hagenower Straße und die Gartenstadt nutzen, wenn sich der Verkehr auf der Ludwigsluster Chaussee staut. Deshalb sehen die Planer stadtauswärts einen Rechtsabbieger an der Fußgängerampel vor – dort wo sich jetzt die Fahrzeuge stadtauswärts auf die Ludwigsluster Chaussee einordnen, die aus der Gartenstadt, von der Krösnitz oder von der Stadionbrücke kommen. Stadteinwärts wird es ebenfalls für Autofahrer erst an der neuen Fußgängerampel die Möglichkeit zum Linksabbiegen in die Hagenower Straße geben. Werden Grünphasen für Rechts- und Linksabbieger noch hinzu gezählt, dürfte sich die Wartezeit auf der Ludwigsluster Chaussee für den Geradeausverkehr nochmals verlängern.

Eine endgültige Lösung für den Verkehr gibt es an dieser Stelle noch nicht. Nur der Abriss im November steht bereits fest.

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erstellt am 02.Apr.2014 | 08:00 Uhr

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