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Schweriner Senioren-Residenz : FDGB-Haus wurde Seniorenheim

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor zehn Jahren wurde das jüngste von fünf Gebäuden eingeweiht: 233 Mitarbeiter sorgen sich um das Wohl von mehr als 500 Bewohnern

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erstellt am 30.Jun.2017 | 08:00 Uhr

Die meisten Einwohner von Zippendorf haben dieselbe Adresse: Alte Dorfstraße 45. Das ist der Wohnpark Zippendorf. Im betreuten Wohnen und im Pflegeheim leben mehr als 550 Menschen. 233 Mitarbeiter sorgen sich um ihr Wohlbefinden. Damit ist die Einrichtung der größte Arbeitgeber des Stadtteils.

Heute feiern Mitarbeiter und Bewohner das Sommerfest und zugleich den zehnten Jahrestag der Einweihung von Haus 3, dem jüngsten der fünf Gebäude. „Wir sind voll ausgebucht und haben Wartezeiten für die verschiedenen Wohnformen“, sagt Sven Kastell, der Leiter des Pflegeheims. Der Wohnpark ist gefragt. Stolz verweist der Einrichtungsleiter auf seine jüngste Urkunde: Bei einer unangemeldeten Überprüfung durch eine Bundeskontrollbehörde bekam sein Haus eine glatte 1,0.

Die Geschichte des Wohnparks begann vor gut 25 Jahren: Das frühere Hotel „Fritz Reuter“ der DDR-Gewerkschaft FDGB in Zippendorf fand nach der Wende keine Gäste mehr und stand leer. Investor Axel Steffen und Partner ließen die beiden Blöcke vom Architekten Dr. Henry Männich zum Betreuten Wohnen umbauen. Es entstanden 230 Seniorenwohnungen. „Da wir die herrliche Lage der Gebäude maximal nutzen wollten, haben wir auf die Dächer noch mehrere Penthaus-Wohnungen gebaut“, erzählt Dr. Männich.

Die Nachfrage war so groß, dass in den Folgejahren die ehemalige Gaststätte direkt daneben ebenfalls umgebaut und zwei weitere Wohngebäude für das Pflegeheim errichtet wurden. „Wir wollen jetzt noch ein Haus für Tagespflege und eine Kita bauen“, berichtet Kastell. Die Planungen laufen, ebenso die Suche nach Fördermitteln.

Dr. Männich verweist mit Blick auf den gelungenen Umbau des Siebengeschossers auf das Thema Baukultur: „Als gestandener Architekt und Stadtplaner fehlt mir jedes Verständnis für den geplanten Abriss der drei Hochhäuser in Lankow. Aus gesamtwirtschaftlichen und stadtplanerisch-städtebaulichen Gründen ist diese Entscheidung unverantwortlich
und muss von fachkompetenter Seite zurückgewiesen werden mit der Maßgabe, von der WGS Vorschläge für den Erhalt der wertvollen Bausubstanz abzufordern und gegebenenfalls für Sozialwohnungen zu sichern. Vergleichbare Beispiele sind aus Halle und Dessau bekannt“, berichtet Dr. Männich. „Die vier Hochhäuser im Lankower Zentrum bilden als Gesamtensemble eine städtebauliche Gestaltungseinheit und sollten einer Erhaltungssatzung unterliegen“, fordert der Architekt.



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