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Entsorger investiert halbe Million Euro : Fauler See soll sauberer werden

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Abwasserentsorgung baut nächstes Klärbecken an Crivitzer Chaussee zur Reinigung des Regenwassers vom Dreesch

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 23:19 Uhr

Die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) investiert knapp 500 000 Euro in den Bau eines neuen Klärbeckens. Es soll direkt an der Crivitzer Chaussee neben der Parkfläche des Sportplatzes vom Burgsee-Sportverein entstehen. „Schwerin ist die Stadt der Seen und die sollen sauber sein. Um die Schadstoffbelastung des Faulen Sees zu verringern, brauchen wir dieses Auffangbecken für das Regenwasser vom Großen Dreesch“, erläutert Lutz Nieke, Werkleiter der SAE. Es soll das Oberflächenwasser von rund 30 Hektar auffangen und dann mechanisch geklärt in den Faulen See abfließen lassen. Und das funktioniert so: Das Regenwasser strömt ins Klärbecken und beruhigt sich dort. Sand und Schwebstoffe setzen sich ab, sinken auf den Grund und werden in bestimmten Abständen als Schlamm abgesaugt und entsorgt. An der Oberfläche schwimmende Fette werden im so genannten Ölabscheider aufgefangen.

Das neue Klärbecken wird 21 Meter lang, sechs Meter breit und sieben Meter tief werden. „Wir haben dafür von der Stadt eine kleine Fläche oberhalb des Südzipfels des Faulen Sees zwischen dem Fußgängerüberweg zum Hexenberg und dem Parkplatz des Sportvereins in leichter Hanglage zugewiesen bekommen“, sagt Christian Friederich, Baubeauftragter der SAE. Dort liegen bereits die Zuflusskanäle vom Dreesch beziehungsweise das Abflussrohr unter der Straße zum Faulen See, so dass das Becken selbst nur dazwischen gesetzt werden muss.

Um die notwendige Baufreiheit zu bekommen, müssen allerdings ein paar kleine Bäume weichen. „Es handelt sich dabei um etwa zehn bis 15 Läubbäume, vorwiegend Birken, Pappeln und Eschen mit einer Höhe von etwa acht Metern und einem Stammdurchmesser von zehn bis 15 Zentimetern“, erläutert Baubeauftragter Friederich und ergänzt: „Selbstverständlich haben wir diese Maßnahme bei der Stadt ordnungsgemäß beantragt. Die entsprechenden Fällgenehmigungen liegen alle vor.“ Als Ausgleichsmaßnahmen für diese Eingriffe in die Natur müsse die SAE neue Bäume im Stadtgebiet pflanzen. Vorgesehen sei dies in Medewege.

Die Ausschreibung für die Baumaßnahme ist bereits erfolgt. „Es hat mehrere Angebote gegeben, wir sind derzeit dabei, sie zu sichten und zu entscheiden, wer den Zuschlag bekommt“, sagt Bauherr Nieke. Das soll noch im Verlaufe dieser Woche geschehen. Dabei will der Eigenbetrieb der Stadt sehr genau darauf achten, dass die beauftragte Baufirma über entsprechende Referenzen verfügt, damit so ein Fall wie am Nordufer des Pfaffenteichs nicht wieder vorkommt, wo jahrelang gebaut und gestritten wurde.

Allerdings sei die Kläranlage für das Regenwasser vom Dreesch auch ein ganz anderes Bauwerk und der Baugrund viel einfacher, sagt Nieke. Die neue Anlage werde der benachbarten am Lidl-Markt sehr ähnlich sein. „Sie wird aus Fertigteilen zusammengesetzt, so dass sie innerhalb weniger Monate einsatzbereit ist“, erläutert der Werkleiter. Christian Friederich präzisiert den Zeitplan: Wenn Ende der Woche der Zuschlag an eine Firma erteilt ist, werde zeitnah Baufreiheit geschaffen und die Bäume in dem abgesteckten Oval würden gefällt. Nach dem Ende der Frostperiode – voraussichtlich im März – werde mit dem Tiefbau begonnen und schon im Juni soll das Klärbecken in Betrieb gebnommen werden. „Da wir mit Fertigteilen arbeiten, verkürzt sich die Aushärtungszeit für den Beton erheblich“, so Friederich.

Diese Baumaßnahme wird jedoch nicht die letzte der Schweriner Abwasserentsorgungsgesellschaft sein. „Wir investieren jedes Jahr rund 800 000 Euro in moderne Technik und neue Anlagen, damit das Wasser in den Schweriner Seen sauber bleib“, sagt SAE-Chef Nieke. Das nächste Klärbecken soll dann an der Gutenbergstraße entstehen.

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