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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 01:40 Uhr

Lübesse : Farbe ist hier nicht entscheidend

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lübesser Landmaschinenhandel lud zur Technikschau ein – Landwirte in Kauflaune und auch die Frauen interessiert

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Kein Schleifen, Bohren, Hämmern ist aus der Werkstatt zu hören. Kein Fett, keine Schmiere, keine öligen Klamotten. Lange Tischreihen sind fein eingedeckt. Die Bauern flott angezogen. Ein Hauch von Modenschau liegt in der Luft. Dann startet die Musik: AC/DC – „Highway to Hell“ dröhnt aus den Boxen. An den langen Tischen sitzen rund 60 Landwirte. Erwartungsvoll blicken sie in Richtung Rolltor. Es schnellt nach oben und die erste Maschine fährt herein: 1630 Kilo schwer, 24 PS, 2,73 Meter Schaufeldrehhöhe und mit Krokodilgebiss.

Die Stars dieser Modenschau sind alles andere als rank und schlank. Eher Kolosse in knalligem Rot. „Das ist der 1140 von Weidmann aus unserer Standardlinie“, erklärt Gebietsrepräsentant Andreas Trost. Nach und nach winkt er weitere Modelle in die Halle, nennt kurz technische Details. Dann wechselt die Musik. Helene Fischers „Atemlos“ wird gespielt. Einige Gäste summen mit. Das Rolltor öffnet sich erneut. Diesmal ist es Krone-Mitarbeiterin Anja Kunzel, die eines der neuen Modelle vorführt. Emissionsfrei und hundert Prozent elektrisch. „Es ist ein Frauenspielzeug“, sagt Kunzel. Schön leise und dennoch kräftig. Eine erste Interessentin hat sie schnell gefunden: Mira Lumpe vom Gut Lewitz. „Es ist eine schöne Sache, vor allem für geschlossene Räume. Allerdings für uns etwas zu klein“, sagt die junge Landwirtin, nachdem sie mit der Maschine eine Probefahrt auf dem Hof gemacht hat. Denn nach der kleinen Schau in der Halle ging es ans Eingemachte. Klappe auf, Klappe zu. Es wurde genau geguckt, geprüft, gefahren und gefachsimpelt. „Diese Vorführungen sind eine feine Sache“, erklärt Landwirt Rolf Piehl. Unterm Strich ist für ihn immer die Qualität entscheidend. „Das ist anders als bei einem Autokauf. Unsere Technik ist täglich im Einsatz, muss viele Betriebsstunden leisten und vor allem auch Masse bewegen“, sagt der Leezener aus Schleswig-Holstein.

Worauf achten also die Bauern bei so einer Modenschau der Landtechnik? „Sie schauen auf den Hersteller. Billiges aus China ist auch Murks“, meint Piehl. Wartungsfreundlichkeit zählt für Thomas Priesemann, Chef der Pflanzenproduktion der Apg Banzkow/Mirow, zu den wichtigsten Kriterien. „Kein Firlefanz. Nach drei Wochen im Stall wäre das schon ab“, sagt er und deutet auf den Außenspiegel und das aufgeklappte Kabinengitter einer der Maschinen.

Und was ist mit der Optik? „Die Farbe ist hier kein Thema, denn jede Marke hat ihre Farben. Nur ganz selten haben wir Sonderwünsche“, erklärt Florian Brandt, Krone-Regionalleiter Nord. Verkauft hat er an diesem Vormittag keine neue Maschine. „Aber sicher Interesse geweckt. Es dauert immer ein paar Wochen, bis nach solchen Veranstaltungen Bestellungen eingehen“, weiß er aus Erfahrung. Einen Teleskoplader konnte er dennoch übergeben. An Norbert Arning. Seine Frau Cornelia Wieczorek von den Naturhöfen Mecklenburger Land in Vietlübbe hatte die Maschine schon vor einigen Wochen bestellt, war allerdings zur feierlichen Übergabe erkrankt. Gut einen Monat hat sich das Paar für die Überlegung, 60 000 Euro in Technik zu investieren, Zeit gelassen. „Solche Maschinen verlieren kaum an Wert und sind eine gute Investition. Für uns eine Lebensanschaffung“, erklärt Arning. Sein Gefährt rollt wieder aus der Halle. Den Blumenstrauß behält er in der Hand. Das Tor schließt sich. Es gibt noch einen Imbiss. Dann kehrt wieder Alltag beim Lübesser Landmaschinenhandel ein. „An Tagen wie diesen“ – auch dieser Song erklang bei dieser besonderen Modenschau.

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