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19. November 2017 | 21:04 Uhr

Fans randalieren nach Frei.Wild-Konzert

vom

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2013 | 07:10 Uhr

Schwerin | Prügeleien, vier Körperverletzungen, zerschlagene Wartehäuschen des Nahverkehrs, sieben Diebstähle - das ist die Bilanz des Konzertes der umstrittenen Band "Frei.Wild" in der Sport- und Kongresshalle. Kritiker unterstellen der Band völkisch-nationale Texte und eine Nähe zur rechten Szene. "Frei.Wild" selbst bestreitet das, verteilen Aufkleber mit der Aufschrift "Zeig Flagge! Frei.Wild gegen Rassismus und Extremismus". Vor, während und nach ihren Konzerten kommt es immer wieder zu Protesten und Ausschreitungen.

In Schwerins Weststadt herrscht am Sonnabend Ausnahmezustand. Die Polizei leitete 15 Ermittlungsverfahren ein. Schon vor dem Konzert randalierte ein 25-Jähriger auf dem Parkplatz der Sport- und Kongresshalle, schlug auf die Motorhaube eines Mercedes ein. Der stark Alkoholisierte wurde von Beamten und medizinischen Helfern abgeführt. Auch direkt vor der Konzerthalle kam es noch vor Einlass zu einer Prügelei.

Bereits im Vorfeld war Polizei, Veranstaltern und Stadt klar, dass es kein Konzert wie jedes andere werden wird. Die Rocker von "Frei.Wild" waren von der Echo-Verleihung 2013 ausgeschlossen worden. Die österreichische Stadt Wels sagte das für den 9. Mai geplante Konzert ab. Dagegen sah Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow keinen Grund, sich einzumischen, "andererseits hätten wir angesichts des privaten Hallenbetreibers auch rechtlich überhaupt keine Handhabe". Hallengeschäftsführerin Petra Blunk verweist auf die Agentur der Band und auf die Polizei. Der Verfassungsschutz sieht "Frei.Wild" beim Thema Rechtsradikalismus als "kein Beobachtungsobjekt".

Fest steht, dass "Frei.Wild" mit mehr als 100 000 verkauften Alben ihrer aktuellen CD auf der Erfolgswelle schwimmen. Der Ausschluss von der Echo-Verleihung sorgte für weiteren Gesprächsstoff. Fakt bleibt aber auch: Der Auftritt der Band hat in der Landeshauptstadt seine Spuren hinterlassen. Auch das wird voraussichtlich für weitere Diskussionen sorgen.


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