Schwerin : „Fanpost“, die auf Antwort wartet

Wie die Verwaltung und die Stadtvertreter mit Anfragen aus der Bevölkerung umgehen

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11. Januar 2019, 05:00 Uhr

Ein Brief, der seit Wochen in der Verwaltung liegt und keine Antwort bekommt – die Regel ist das nicht. Für den Absender aber besonders ärgerlich. Gerade wenn es um so brisante Themen geht wie Rechtsvorschriften in Bebauungsplänen geht. Möglicherweise ist es aber in diesem Fall auch inhaltlich schwierig, ohne Rechtsbeistand zu antworten. Im Normalfall allerdings gibt es Post vom Oberbürgermeister oder aus den Dezernaten – für jegliche Bürgeranfragen. Zum Teil mit ein paar Tagen Verzug, aber in der Regel wohlwollend und höflich formuliert. Wie sich die „Fanpost“ allerdings in der Kommunalpolitik geändert hat, bestätigen in dieser Woche mehrere Protagonisten der Stadtvertretung. In Spitzenzeiten erreichen Henning Foerster und seine Linken-Fraktion schon mal 20 Anfragen in einer Woche. Bei den Straßenausbaubeiträgen, dem Radweg am Dwang, den Marina-Plänen oder zum Feuerwehrmuseum kochen die Emotionen da schon mal hoch. Jedoch sind Briefe dabei nicht mehr so angesagt. Das bestätigt auch Silvio Horn von den UB. Auf dem Vormarsch sind Emails und Anfragen in sozialen Medien. Eigentlich seien es dadurch vier Ebenen, auf denen wir kommunizieren. Denn das Telefon und Briefverkehr gehörten ebenso dazu.

Die UB haben dabei eine Prämisse: Alle Anfragen werden beantwortet, ausnahmslos. Von der Bürgernähe sind die Bürger, die auch die Unabhängigkeit im Namen tragen, eben doch abhängig. Die SPD hat sich auferlegt, sogar innerhalb von 48 Stunden alles beantwortet zu haben, teilt Daniel Meslien mit. Und der Fraktionsvorsitzende der CDU ist ohnehin für seine Umtriebigkeit in sozialen Netzwerken bekannt. Anfragen bleiben bei Sebastian Ehlers nicht lange liegen. Vielleicht könnte auch die Verwaltung trotz der höheren Anzahl an „Fanpost“ an der Antwortgeschwindigkeit arbeiten.

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