Banzkow : Familie Adebar ist früh dran

Wann die Vögel  gelandet sind, haben sie genau notiert.
Wann die Vögel gelandet sind, haben sie genau notiert.

Paul-Friedrich und Irma Lemcke aus Banzkow begrüßen seit 19 Jahren Störche auf ihrem Hof

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20. März 2018, 11:45 Uhr

Auf ihren Storch ist Verlass, sagen Paul-Friedrich und Irma Lemcke. Die Banzkower begrüßen den Adebar seit 1999 jedes Jahr in ihrem Garten. „Er kommt seit vielen Jahren immer pünktlich zum letzten Tag im März – zum Geburtstag unserer Enkeltochter“, sagt der 85-Jährige. Doch in diesem Jahr habe sich das Storchenpaar etwas in der Zeit vertan. Denn schon am 6. März seien die Vögel eingeflogen und auch geblieben. „Wir haben uns Sorgen gemacht, dass es noch viel zu kalt für die Störche ist“, sagt Irma Lemcke. Die Banzkower holten sich Rat bei der Storchenbeauftragten Sabine Voss aus Mirow. Sie gab Entwarnung: Das Wetter wurde schon am nächsten Tag besser, die Seen und Flüsse eisfrei. „Dann bekommen sie genügend Futter und brauchen keine menschliche Hilfe“, erklärt Sabine Voss. Die meisten Störche in ihrem Bereich kommen Ende März. „Es gab auch schon Turboflieger, die, wie im vergangenen Jahr in Banzkow, schon am 15. März auf dem Nest standen. Ansonsten trudeln sie in der Region bis Anfang April ein“, erzählt sie. Auch ihr gehe jedes Jahr das Herz auf, wenn sie ein Storchenpaar auf dem Horst sieht. Die Störche würden den Frühling mitbringen. Darauf hoffen auch Lemckes. „Jetzt kann es gern etwas wärmer werden“, sind sich die Senioren einig. Denn bislang beobachten sie das Storchenpärchen vom heimischen Küchentisch aus. „Es ist einfach zu kalt draußen, da mag man sich noch nicht auf die Gartenbank setzen und dem Klappern lauschen“, erklärt Paul-Friedrich Lemcke.

<p>Die Störche sind wieder da.</p>
Sabine Voss

Die Störche sind wieder da.

 

Seine Beobachtungen sammelt er auf kleinen Klebezetteln. Geordnet nach Datum kleben sie in einem Storchenbuch. Auch einen ganzen Stapel an Fotos haben die Banzkower in den vergangenen Jahren zusammengetragen. „Es ist immer wieder schön, diese eleganten Tiere zu beobachten. Und es ist putzig, wie sie sich mit unserem Federvieh vertragen“, sagt Irma Lemcke. Denn auf dem Hof tummeln sich neben Hühnern auch gelegentlich Enten, mit denen sich die Störche dann den Wassertrog teilen. Das Futter würden die Tiere nie anrühren. Auch sonst seien sie „genügsame Gäste“. Die übrigens nicht immer dieselben sind. So war im vergangenen Jahr ein beringter Storch im Nest. In diesem Jahr sind beide Tiere ohne Ring. Nicht nur deswegen bekommen die Adebare von Lemckes keinen Namen. „Wenn tatsächlich mal einer hier auf dem Hof beringt wird, würde er auch einen Namen von uns bekommen“, versichert die 86-Jährige. Eine Idee hat sie noch nicht.

Dass der Storch keine Kinder bringt, wissen die Banzkower. Dass er aber durchaus um etwas Schützenhilfe gebeten werden kann, haben die beiden bereits ausprobiert. „Meinem Nachbarn habe ich gesagt, dass er beim Nestbau einen Wunschzettel mit ins Nest legen soll. Es hat geklappt“, sagt Paul-Friedrich Lemcke und muss lachen. Selbst habe er nicht ganz so viel Glück. Die Wünsche nach Urenkeln blieben – bis auf einmal – ungehört. „Das ist schade, aber wir freuen uns auch, wenn das Storchenpaar selbst für Nachwuchs sorgt“, ergänzt Irma Lemcke. Im vergangenen Jahr gab es nur ein Junges. Die Banzkowerin vermutet, dass es mit dem vielen Regen zu tun hatte: „Das Nest ist nach unten ja sehr verdichtet, da fließt das Wasser schlecht ab.“ Nur eins der zwei Küken habe es geschafft. „Das wird in diesem Jahr sicher besser und vielleicht gibt es ja woanders auch noch Nachwuchsfreuden“, sagt Paul-Friedrich Lemcke. Was meint der Storch? Der klappert munter vor sich hin. Lemckes sind zufrieden.

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